Leseabschrift ab Seite 93/II (oder im ganzen 440!)

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    Dieser Verein forderte eine schwere Aufnahmeprüfung! So sollte Harry z.B. ein "Twix" fair teilen und dabei darauf achten, dass jeder ein gleich großes Stück der zwei Teile erhält. Mit Ach und Krach schien er es zu schaffen, ehe er sich doch mit Felix M. einen Wettkampf im Versagen lieferte. Außerdem schlug Harry Felix vor, Marco Engelhardt als Knipser zu verpflichten. Letztendlich ist es egal, denn da wo Euro Harry seine Zelte aufschlägt, ist Hopfen und Malz verloren. Magath war der Ansicht, mit ihm zusammen bei zwei Flaschen Rotwein über die zweite Liga zu scherzen. Harry war sich nicht sicher, ob er dazu legitimiert war: Seine Qualitäten reichten maximal für 5 Minuten Amateurfußball. Felix dämmerte es allmählich. Die bittere Stunde sollte aber der Beginn etwas Neuen, ganz und gar undefinierbaren werden. So stelle Harry seine Uhr schon im Februar auf Sommerzeit und wechselte in die zweite Mannschaft von Schalke.


    Nur bei Bedarf schnürte er sein Mieder und gab Lehrstunden, wie man sich als "Team-Matratze" besonders aufreizend Kunden vorstellt. Mit gebrochenem Steißbein, mahnte Harry, hätte das gar keinen Sinn, aber irgendwie meinte er ohnehin, dass niemand diese wichtige Rolle so gut ausfüllen könnte, wie er: Auf allen vieren, das Hinterteil in der Höh - spielte er Twister. Selbst Jaro, der von derartigen Körperhaltungen viel hält, hatte einige Mühe, Harrys anspuchsvolle Übungen nachzuvollziehen. "Wieso stehst du da auf beiden Beinen?", fragte Jaro, der nicht ansatzweise erkannte, dass Harrys linker Fuß im Grunde genommen nicht den Boden berührte. Seine Eleganz und Ausstrahlung am Trapez war auch bemerkenswert. Es ist halt nur eine Frage der Zeit, wann Harry aufgrund seiner vorgestellten Uhr bemerkt, dass, wenn es Zeit zum Frühlingsanfang wird, gleichzeitig seiner Arbeit als Saftschubse im S04-Fanlokal nachgegangen werden muss.


    Einmal kam ein BVB Fan vorbei und wollte Streit. Harry fühlte sich an seine Zeit mit Marco Engelhardt erinnert. Auch mit ihm hatte er heißblütige Eifersuchtsszenen: Jaro war schon seit längerer Zeit gar nicht mehr da. Mit einem Kleinflugzeug als Modell, saß er im Flugzeug und raste zu den Galapagosinseln. Dort wollte er Flora und Fauna (die ihm einst schon so gut in Island missfallen waren) vernichten. Jedoch entschied er sich, dort die evolutionsbiologischen Ursprünge der Homosexualität zu erforschen. Mit einigen Einheimischen bildete er einen Kreis, um in einer Diskussionsrunde die Forschungsmöglichkeiten zu sammeln. Vorgehen, Ausrüstung und andere wichtige Planungen erledigte er selbst. Mithilfe von Experteninterviews wusste er nun, dass er eine tragende rolle in der endlosen Schleife von Telefonumfragen spielte. Aber hier und jetzt spielte das keine besonders großartige Rolle, denn nach einem Monat ohne jegliche Betätigung als Tierschützer gab Harry den Dingen freien Lauf. Und so geschah es, dass seine Expeditionstruppe ohne Kenntnisse über die aktuelle Strahlenbelastung völlig orientierungslos und ohne einen Pfennig in der Tasche nach Nord-Westen zog.


    Allein zu sein war für Harry gewissermaßen ein zweiter Pfingstsonntag. Im Morgengrauen nahm er sich ein Tretboot, ölte seine Wadeln ein und ließ die Sonne auf sich scheinen. Nach zwei oder drei Tagen zog ein schreckliches Taschentuch seine Runden um den Block, als Harry`s Schnupfen gerade am abklingen war. Als die Küstenwache um halb 10 ein Knoppers nach dem anderen feschberten, bekam Harry zittrige Knie. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn, ehe er feststellte, dass alles nur ein Traum war, jedoch war er tatsächlich wieder Stürmer bei der Gelsenkirchener Ersatzbank! Immerhin konnte er dort mit seinen Zehen spielen. Bunte Fingerhüte hatte er ja ohnehin immer in seiner Trainingstasche. Einer hatte einen schwarzen Schnauzbart, der andere wiederum einen grünen Ziegenbart, während der dritte ein Michael-Oenning-Gedächtnis-Bärtchen aufwies. "Den lass ich mir so auch wachsen", dachte sich der Fingerhut mit Schnauzbart. Aufgrund der schwierigen Witterungsverhältnisse musste Harry die Fingerhüte unverzüglich verschwinden lassen. Aber er kämpfte, beim Versuch, sie in seiner Gucci-Tasche unterzubringen. Irgendwie verhakte er sich dabei unglücklich am Nagellackspender. Die Fans auf der Tribüne feuerten ihn an! Harry
    gab alles. Verbissen schauen - das war seine einzige Leidenschaft! Als die Nachspielzeit angezeigt worden war, zog Harry den Joker, indem er seine Fingerhüte kurzerhand allesamt zum warm machen schickte. Die Gegner waren beeindruckt und wussten: Nur ein Angelos Charisteas hat die Möglichkeit des öfteren auch hunderprozentige Torchancen zu versemmeln. So machte Harry immer auf sich aufmerksam, hielt seinen Körper in Ruecklage um sich besser an der Lehne der Ersatzbank positionieren zu können. Als er so in den Himmel starrte, musste man fast meinen dieser Mann wäre über alle Zweifel erhaben. Irrtum: Harry hatte erhebliche Probleme beim Abzählen seiner elf Finger. Da kam plötzlich der Rest seiner Gedanken durcheinander. Ohne Vorankündigung, musste er plötzlich an Jarolim denken. In seiner schrägen Phantasie sah er sich mit Jaro schon bei Real Madrid. "Das magische Banksitzen vereint mit Olli - oh ja, das wäre fett." Olli allerdings hatte wichtige Termine: Montags musste Olli im St.Adalbert-Hospiz für sieben Hämoriden Spritzen, wobei er doch gleich noch Heizdecken verkaufen wollte: "14,99€! Schlagen Sie mir dazu kostenlos ins Gesicht! Die Idee wird Ihnen zusagen." Ein 93-Jähriger holte ein paar Flaschen Schampus - zum Anstoßen. Jaro - seineszeichens bekennender Sekt- und Schampus-Fanatiker - konnte schon mal bei guter Laune 1 Glas in ca. 23,34 Minuten trinken. Er wollte damit seine Diva-Allüren unterstreichen. Seine Handtasche war pechschwarz. Jaro war Emo. Und schwul. Er hatte mal wieder vergessen, seine Jungs vom TCH1924 (Transen-Club-Hamburg1924) exklusiv auszuladen. Nun hatte Jaro nicht nur die Jungs vom TCH da, sondern war am Anlass gemessen auch viel zu aufgedonnert. Schüchtern stellte Jaro einen weißen Flecken auf seiner schwarzen Bluse fest: "Hups, da hab ich wohl gekleckert,...aber Olli ist immer ziemlich grob, wenn er kurz vorm Höhepunkt der Vollendung seines seinerseits dreimal täglich eingeforderten Milchshakes sabbert". Am liebsten holte er, versehentlich, den Whiskey aus dem Kühlschrank als er dachte: "Eigentlich ist Swing-Tanzen schon so ziemlich das einzige, was zu meinem Glücke fehlt." Leider konnte er aber nicht tanzen, weil die Zeit einfach zu knapp war. Wichtige Entscheidungen hatte Jaro in den nächsten Abenteuern zu treffen. Hawai oder Somalia? Surfen oder kleinere Wasserspiele am Fluss Shabeelle? Er entschloss sich zu Letzerem.


    redaktionelle Anmerkung:
    (Wäre es nicht ein Traum, diese Endlosgeschichte als Buch drucken zu lassen ? :D)
    *Dann würde sie sofort verfilmt werden. Und das Forum hätte 3000 Verleumdungsklagen am Hals :D *
    *lol @ Chancentod... Ja Kuchenking, auf geht's, 400 irgendwas Seiten sind abgetippt, noch n bissel Zusammenhänge übertüfteln, Grammatik nochmals überprüfen und ab in den Verkauf das Buch :mrgreen: :lol: *
    *Helge Schneider schreibt doch eh nur von uns ab :wink: *

  • Am Fluss lehrte er den Eingeborenen die Kunst des slowakischen Malers Milan Dobeš und eröffnete ein Museum poetischer Bilder. "Natürlich wird der Absatzmarkt nicht so toll, aber es geht mehr um die Philosophie und Deutungen in die Köpfe der Somalis zu bringen." Es ist allgemein bekannt, dass boxen nicht sehr von Jaro geschätzt wurde. Aber als am Flughafen die ersten geschätzten Kunstwerke im Rahmen einer groß angelegten Werbekampagne namens "Sonne, Mond und Jaro" vernichtet wurden, boxte Jaro mit Gegnern des nebenstehenden Super Nintendo Turnieres. Es war Vormittag, 1. April 2011 und Olli war nicht gut aufgelegt, um zu scherzen. Auch Jaro war bierernst. Als nämlich gerade "gute Freunde" über die Airport-Lautsprecher lief, trudelte Fandel's Kommission für eine gerechtere Komissionierung der Komissionbeauftragten ein. Jaro hatte Angst, dass die Ausstellung aufgrund Ollis unterkühlter Stimmung eskalieren könnte. Außerdem brachte Olli seine Freunde vom Wehrsport-Verein Ostpommern mit, weil er dachte sie würden ihn beschützen, wenn mal eine Stechmücke aus den Sümpfen des Bisciaba Hama käme.


    Die Homophobie der Wehsportfreunde gegen die fussballbegeisterten Hauptakteure unserer Geschichte war leicht übertrieben. So packte z.B. einer der Bande
    sein etwas überaltertes Sandwich aus und hielt es Olli zur Ablenkung vor die Nase. "Mh. Ablecken!", das konnte Olli. Ein anderer verstand "aufwecken". Da Jaro gerade ein Nickerchen im Dornenbusch hielt und sich ein kleines Häuschen im Traume vorstellte, als ein Löwe mit erkennbarer Mähne auf Jaro trank. "Prost ihre Tiere der Halluzination", sagte er. Es gab Haselnussschnaps. Jaro nahm seinen eigenen Aufkleber aus der Flasche um der Savanne das Motiv zu zeigen: Eine kleine, aber feine Tuba. Dies war sein Symbol für die geplanten, gemeinsamen Tanzabende im Spiegelsaal von Versailles. Er verstand es, geschichtsträchtige Orte mit transsexuellen Peinlichkeiten durch den Kakao zu ziehen.


    Im Saal peinigte er seinen Stoffelefanten. Seine Federboa wirkte irgendwie zu lang, v.a. auch angemessen der vorab ausgegebenen Kleiderordnung. Aber er scherte sich noch nie um seine Neider. Kurz vor 00:00 Uhr stand die Wahl zum diesjährigen Faschingsprinzen an. Mit einer Leiter und zwei Sack voller neuen Glühbirnen versuchte Olli die Bühnenlichter zu reparieren, jedoch hatte er vergessen, einen Schraubenzieher mitzunehmen. "Macht nichts! Ich habe noch nie gut mit Schraubenziehern umgehen können. Dafür kann ich nichts." Unverrichteter Dinge sah sich Olli gezwungen mit einem unnachamlichen Samba Tanz seine Unsicherheit bei der Bühnenreparation zu kaschieren. "Kung Fu kann er besser", rief Heiko H. hinterher, als Olli schon auf "Samba-Rio-de Janeiro" stürzte. Jaro fand unterdessen zwischen verstaubten Spiegelritzen den mysteriösen Eisenbahnwaggon. Sofort fand er den Kapitulationsvertrag. Die Sensation: Er ließ ihn einfach liegen, unterschrieb selber und schaute dumm in die Luft. Wenige vermuteten, dass Jaro die Wahrheit wusste: Deutschland wollte Jaro einbürgern, aber seine sexuelle Orientierung und sein Nationalstolz ließen das nicht zu. Er suchte Rat in seiner Verzweiflung, wohlwissend, dass er sein Tschechien sowieso niemals wiedersehen würde. Zu allem Überfluss wollte Olli auch noch, dass Jaro ihm einen Geburtstagskorb mit vielen Geschenken macht. Gesagt, getan: Jaro bastelte aus seltenen Kostbarkeiten des Spiegelsaals eine verzierte Figur nach. Irgendwie schien es nicht ganz zu klappen. Das ganze Gebilde ähnelte dem schiefen Turm von Pisa. Dennoch fühlte Olli, wie viel Engangement Jaro brachliegen ließ. Es konnte nur noch wenig gerettet werden: Die Marzipanfassade schaute desinteressiert zu Boden, Jaros Meisterwerk war definitiv misslungen!


    Selbsteinsichtig machte er sich in Paris auf die Suche nach ein paar maskulinen Bordsteinschwalben, um Olli zu zeigen, wie der Hase, den sie gestern gemeinsam verspeist hatten, auf Blaukraut serviert, geschmeckt hätte. In einem schmierigen Pub bestätigte er dem Kellner: "Prosim jedno pivo!" Der antwortete:"Párek buzík??" und wusste sofort, dass Jaro tatsächlich was ganz anderes suchte. Die anderen Anwesenden in der Kneipe verließen panisch den Gastraum - es hatte sich abgezeichnet: Jaro hielt eine Rede über "Vertrauen in der Liebe" und unterstrich mit Edding seinen Leitsatz: "Monogamie kann das Leben von David Jarolim gefährden." Zur Sicherheit ergänzte er mündlich:"Niemand kann mir helfen." Ale er bemerkte, dass sein Bier keine Schaumkrone mehr hatte, sah er auf seine Innenseite der Hände, um die Linien Linien vorzulesen: " Uuuuu! Wwwwweee!", brüllte Jaro und brach in Tränen aus. Seine Psyche war eh schon angekratzt - beim Vorfall seiner Bandscheibe wusste er: "Exklussive Tanzshows werde ich ab sofort meiden. Nun ... so ist`s halt." Er schneuzte sich, trank aus - diesmal ohne Strohhalm - und gab 20 Cent Trinkgeld.


    Jaro fragte: "Voulez vous coucher avec moi?" Und zwinkerte fordernd auf, die Theke mit ihm bei ebay einzustellen. Er räkelte seinen PC in die richtige Position, ehe er feststellte, dass sein Bewertungskonto von Olli gehackt wurde. So wurde z.B. behauptet: "Sehr schlechter ebayer - denkt
    10 Mal am Tag an den Knoten in seinem Taschentuch." Tatsächlich promotete Jaro für Tempo Taschentücher - jeden Samstag, morgens um halb zehn, auf RTL II, weswegen auch fast keiner vormittags diesen Sender schaute. Leidenschaft zeigte er sowieso nur noch an seiner Playstation. Jeden Abend, wenn eigentlich Olli K. viel lieber mit seinem Nudelholz hantieren wollte. Bei Singstar zeigt Jaro große Stimmdefizite. Am liebsten spielte er daher Dame.


    Olli war zur Zeit ziemlich schwul. Beim sonntäglichen Morgenspaziergang kam ihm das in den Sinn. Auch eine Gesprächsthemen verdichteten sich extrem danach. Immer und immer wieder kam es zum nichtssagenden Gipfel, indem er erklärte, dass es unter gewisser Hinsicht nicht unmöglich sei, demnächst mal wieder bei geeigneter Schönwetterlage und rosaroten Unterhemden so mirnichtdirnichts direkt am Strand von Bia?ogóra schmutzige Sandburgen mit seiner Polaroid-Kamera als Szenerie für bizarre Lehrveranstaltungen aufzunehmen. In diesen führte Olli Regie. Lange Satzmonster konnte er dort genauso gut verwenden, wie ausgemusterte Bundesliga-Trainer.


    Einer allerdings stand ausgesprochen gut neben einer Laterne: Lothar - ganz wie einst Lillie Marleen. Attraktivität versprühte momentan eigentlich keiner, der vom Fußball geprellt wurde. Seine Langzeit wurde kurz und sein kleines Geheimnis bezüglich des gestrigen Tete-a-tete mit einem Staubsauger kam an die Öffentlichkeit. Lothar wusste, dass sein unerlaubtes Handeln Folgen für die weitere Handlung haben würde. Siebzehn verschiedene Zeitungen berichteten über die geschehene Zäsur: Er soll u.a. auch 4 Scheinehen geführt haben! Nur um seine homosexuellen Neigungen ins Rampenlicht stellen zu können, rief er bei einer Telefonhotline an. Während der Dauerschleife bemerkte er einen großen Zeckenstich an einer ungünstigen Stelle: im Gehirn (Fremdsprachenzentrum!). Sein Impfpass hat Jaro leider als letztes Paper im Scheißhaus erwischt. "Excusez moi Missieur!", gestikulierte, rollte mit den Augen und hämmerte auf den Toilettenpapier-halter. Dann riss er die Schüssel aus der Fassade und hielt sie in die Höh, wie peinlich! "Stetes Wasser höhlt den Jaro.", erklärte er und brachte alles wieder Durcheinander.


    Später meinte Jaro sich an einen silbergrauen Opel Kadett erinnern zu können. Angeblich könnte der Täter damit wichtige Fussballausrüstungen des HSVauuu's gestohlen haben. Die Fährte nahm Jaro (nachdem er kurz geduscht hatte) sehr ernst. Sein Instinkt sagte ihm das. Brotkrümel bildeten eine Spur zum Tatort. Scharfsinnig und bewaffnet mit einer ansteckend guten Laune befragte er einige umher stehende Zeugen. Der Fall war äußerst heikel. "Wer zum Teufel hat meine Daten an Inspektor Jarolim gegeben?" "Keine Angst, ich habe enorme Erfahrung im Recherchieren bei Einhaltung der Kleiderordnung des HSVs gesammelt", entgegnete der sichtlich angeschlagene Jaro. Die Suche nach dem Täter zog sich derweil ein bisschen hin, denn Jaros sagenhaft gute Stimmung wurde noch durch den Gewinn eines Gutscheines bei den Zeugen Jehovas gesteigert. Jauchzend, kreischend, klatschend und wiederholend skandierend rief er: "Ich hab keine Ahnung, wer! Aber Wurscht: Is eh zu schwer!" Dann fuhr aufeinmal der besagte Opel vorbei. Die getönten Scheiben erkannte er sofort: "Hey, das ist ja meiner!!!!!!!!!!11111" Wenn auch der Täter unbekannt war, so wusste er nun, dass sein Auto gestohlen worden sein muss. Alles daran (bis auf die Farbe)
    erinnerte ihn daran. U.a. auch der pinke Schal, der mit Bedacht quer über der hinteren Ablage mit Tesa-Krepp befestigt war. Am Samstag meinte er dann: "Neee, doch net. Aber is ja auch egal." Alles wurde noch einmal aufgearbeitet, als plötzlich Lothar völlig ausser Rand und Band geriet: "I am nodd a cheild! You kän not tell me wenn i häv du go du bed."

  • Jaro war sichtlich erleichtert, als er sich selbst am Steuer am Rücken kraulte. Endlich hat er es geschafft. Schon seit 15 Minuten juckte es arg. Auf dem Beifahrersitz lagen gebrauchte Wäscheklammern. Für den Fall der Fälle... Hinten saß neben Michael Oenning aus Pappe Lilo Wanders aus Wachs. Zusammen ein wahrhaftes Expertenteam von Gottes Gnaden. In einer scharfen Linkskurve haute es Michael aus dem Fenster. Niemand wusste, warum die beiden Fahrsicherheitstrainingseinheiten, die Jaro als ADAC-Mitglied absolviert hatte, nochmal durchkauten. Bei Tempo 32 verlor Jaro die Kontrolle über das Lenkrad, fokussierte stattdessen den Schalthebel und schaltete aus Versehen in den Rückwärtsgang. Nach zwölf Monaten Rückwärtsfahren sah sich Michael gezwungen, ein Stück weit auf Gürtelhöhe von Jarolim zu begeben. Jaro war sichtlich aufgewühlt. Beim Autofahren hatte er normalerweise immer eine Kappe von guter Qualität an der Gürtelschnalle. Diesmal hatte Jaro lediglich ein buntes (einfaches) Stoffschleifchen geschnürt. Michi meinte, dass wäre gar nicht so bunt. Wahrhaftig: Die Erkenntnisse waren monoton.


    Jaro fuhr weiter. Immer weiter. Ziel war es, einmal mit dem Auto bis zur Elfenbeinküste zu gelangen. Die Rallye Dakar bot sich zwar an, aber Jaro war halt ein eigener Typ. Angestrengt blickte Jaro in Ollis Augen: "die verdammte Hoelle der Hitze!". Bei normalerweise schon angenehmen Temperaturen schwitzte er sehr. Lag wohl daran, dass er beim HSV momentan die Quotentunte mimte. Der dadurch schlecht gelaunte Michael drängte ihn, an einer Oase Olli zu fragen, ob es richtig war, ohne Wasser zu starten? Auch ob es in Ordnung sei, mit nur einem Ersatzreifen für ca. 3000 - 4000 km an den Start zu gehen? Olli wischte alle Zweifel Jaros mit einem Taschentuch beiseite. In Ekiwo (Benin) riss ein Fan die Tür auf, weil er Jaro erkannte. Er bat ihn, umzukehren - aber Jaros Feinfühligkeit für emotionale Unsinnsfahrten verbot quasi, jeden und Alles auch nur ansatzweise anzuzweifeln. Im Foret de Satji bei Kpatchile (Togo) musste Jaro anhalten, um die seltene Goldmine der Rebellen dieses schönen Landes zu inspizieren. Viele Schmuggler überwachten Jaros Expertise.


    "Die Mine habe ich schon mal gegoogelt", meinte murmelnd Fandel und stieg tiefer hinab. Rinsaale und Unkraut versperrten Jaro und Co zunächst die Sicht auf zwei nackte Buddha Statuen. Einige Arbeiter wetteten darauf, welcher Lustknabe der Reisegruppe als erstes einschlafen würde. Noch bevor Jaro überhaupt das Arbeiten in der Mine aufnahm, übermannte ihn die Müdigkeit. Olli dagegen übermannte die Wachmannschaft, schnappte zwei Bier, ein Thunfischsandwich und drang tiefer in die Mine vor. Beim Goldwaschen ließ Olli die Öllampe zerbrechen. Er war halt etwas ungeschickt. Auch seine Klettverschlussstreifen hingen in der Dunkelheit etwas in der Luft. So kam es, dass er schimpfte und noch tiefer stürzte. Der Schacht wurde auch immer glitschiger. Allmählich bekam Olli richtig Lust Chili im Zeichen der Goldader zu essen. Campinggeschirr und Reisebesteck baumelten - genauso wie sein Zipfel. Dunkelheit machte sich wie gesagt breit. Ein Tor hatte Olli noch zu überwinden, bevor er eine unheimliche Kreature bemerkte. Sie ähnelte einer nicht definierbaren ehemaligen Bordsteintunte, die Olli in jungen Jahren aus der GTKK (Gemeinsamer Tuntenkreis Karlsruhe) befreien wollte. Ein neues Leben in den togolesischen Minen anzufangen war für viele aus dem Kreis München (Stadt) erstrebenswert. Olli stand kurz davor und erschrak fürchterlich:


    Hatte er ganz vergessen, eine seiner vielen Lebensgefährten zu benachrichtigen? Er zückte sein Notizbuch, einen Kuli und schrieb auf: Ja.
    Alles war geklärt. Frei entschied er, die Mine verlassen zu wollen, als plötzlich eine innere Stimme im riet, besser aufzupassen, sonst passiere ein zweites Chile. Jaro spielte keine Rolle. Ein so noch nie da gewesener engagierter Olli, der vor Langeweile strotze, grub einen Stollen. Außerdem versuchte Olli die Gesteinsarten zu bestimmen. "Zirkonia, Granit, Kreide, Gips, Sandstein?!! - Verdammt, ist da nicht ein bisschen mehr Licht?"
    Olli wühlte mit seinen Händen in den Haaren. Seine Frisur war mal wieder sehr lang, so wie in den frühen Kapiteln dieser Geschichte. Er blieb per Walkie-talkie in ständigen Kontakt mit sich selbst. Sonderbare Pilze und mysteriöse
    Moose wuchsen auf den feuchten Tropfsteinen. Ein togolesischer Buschtrommler
    flüsterte Oli zu, dass sie ihn gerne fotographieren möchten oder wenigstens hier behalten wollen. Er selber wollte sich in der Wand des Schweigens verhüllen. "Sag doch was!", meinte Ayodele Oluwafemi und fügte hinzu: "sonst lege ich auf!". Die Verbindungsqualität vom togolesischen Tiefbau nach Wassertrüdigen war sicherheitsgefährdend. Ollis gelber Helm staubte. Unzählige Versuche hatte er bereits unternommen, mit Anzug und Krawatte Kohle zu verkaufen - mit einem kleinen Handkarren, einer geschmacklosen Schaufel und einer übel stinken Alkoholfahne. Wie so oft trank Olli am Vorabend auch Himbeergeist und Captain Morgan. Seine Begabung, beides miteinander zu trinken, befähigte ihn, mit den restlichen Arbeitern zu tanzen. Bei "Anton aus Tirol" zog Olli den kürzeren. Er versang sich: "Inton aus Tarol!" So ein Depp, dachte sich auch Dieter Bohlen und machte den Fernseher aus. Die Karriere als Sänger hatte Olli aber eh spätestens für den Februar 2013 anvisiert.

  • Jeden Samstag morgen übter er vor Unsicherheit geplagt bis zum Erbrechen. Sein Haarföhn improvisierte er als Mikro, der Swimmingpool fungierte als Bühnenimitation. Vollkommen betrunken und verkatert schleppte sich Jaro auf die Terasse. "Ollis Eifer und Übungen möchte ich dokumentieren." Er erbrach sich um 09:47 am Geruch des Stroh Rum 80. Ja... das Komasaufen hatte Jaro ganz schön vernachlässigt. Olli unterbrach seine Inszenierungen um eine Jägermeister Runde der letzten durchzechten Nacht zu diskutieren. Immerhin hatte er herausgefunden, dass tief in seinem Herzen das Verlangen nach
    einer Auszeit bestand. Eben deswegen wusste er nicht, was er mit 10 Bierfässern aus Lauf an der Pegnitz anfangen sollte. Jaro meinte, er könnte schon alleine klarkommen. Also ging Olli zum Zigarrettenautomat, um eine Packung R1 Minima zu kaufen. Sein Eindruck war, Jaro würde nach und nach schon zur Vernunft finden. Nach 3 Stunden war es 11:30. Diese Uhrzeit beunruhigte Olli immer ein wenig, denn bald würde es 12:00 sein. Die Minuten runterzählen wollte Olli aber nicht, stattdessen wusste er: Er war immer noch betrunken. Olli fiel nichts mehr ein. Außer, dass er einen Termin beim Imperator hatte. Dort stellt er fest, dass er in Sachen Star Wars Triologie unbedingt nachversichern musste. Seine Grunderkenntnis war, dass Darth Vader sehr dem Alkoholismus verfallen war. Er stellte fest, dass der Zwang, unbedingt Vater von irgendwem zu sein, verdeutlichte Olli, dass er das wohl nie verstehen würde, warum er überhaupt keine Möglichkeit hat, Frauen zu fragen, warum er so unendlich lange, verschachtelte Russische Steckpuppen sammelte. Am liebsten mochte Olli diese hageren Lustknaben.


    Einmal, waehrend einer Kreuzfahrt,zeigte er sich in den Fjorden Spaniens quietschfidel und spielte auf dem Masten mit einer extravaganten Steckfrisur den Hit "my heart will go on". Berührungsängste hatte Olli nicht. Lediglich die Höhe machte Olli nachdenklich: Wie sollte er von den Passagieren verstanden werden? In weiter Ferne blitzte und donnerte es auch. Seine Performance war kaum zu vernehmen, naja Olli war ein leiser Typ. Am liebsten war er alleine. Dann nahm er sich einen Gin Tonic, öffnete seine Kippenschachtel und philosophierte über seine Selbstgespräche. "Olli, Du und Deine komische Begabung mich für dich zu bekochen ist cool." Er ermittelte immer zwischen extravaganten Gerichten: Germknödel zweifach unter den Qeihnachtsbaum gewickelt oder Langusten mit Torlinienkalk paniert fanden sich in Ollis Kochkursen. Immer mit viel Pausen. "Was Du heute kannst besorgen, das verschieb lieber ein bisschen nach hinten." Die Kursteilnehmer forderten Tomaten und Gurkensalate - als Stärkung für die Pausen. Olli wusste: Kleine Häppchen, Zahnstocher und Knoblauchbrote sollten den Pöbel ebenfalls zustimmen lassen. Um 12:30 begab sich Olli in den Supermarkt. Schnell noch bei der Fleischfachverkäuferin Mett mit Zwiebeln kiloweise bestellt, denn bei einer Abnahme von drei Kilo gab`s nochmal 125 Gramm dazu.

  • Ein Fernsehsender bat Olli, als TV Koch zu arbeiten. Sendezeit war von 7:50 bis 08:10 Uhr auf 9 Live. Also genau die kognitive Kragenweite seiner Fans. Er wollte das so. Ein Angebot von "der Küchenschlacht" schlug er aus. In seiner ersten Show sollte Olli gezielt Zuschauer zum Anrufen anregen. Endlos kochte er Wasser. Tja, die Buchstabensuppe beinhaltete 5 Fussball-Stars mit "J". Ein Anrufer tippte sofort auf Jaromir Blazek, scheiterte aber. Ein anderer kam gar nicht erst durch. "Jetzt starte ich den Countdown!", brüllte Olli. Er zählte mit düsterer Stimme. Eine Uhr tickte, damit er wusste, wann er den "Hot-Button" aufgeregt anstarren muss. "Mensch Leute, dass kann doch nicht so schwer sein! Ein kleiner Tipp: Ich starte jetzt die Sonderrunde! Garantiert ist ein Kochset im Falle einer falschen Zutat kaputt. Zwo Eins Stille... Stille... Man hörte nur das Geräusch des "Hot mexican fire"-dressings, das leise koechelte. Olli bekam langsam Stress. Wie sollte er reagieren, wenn ein Anrufer die richtige Antwort wissen würde? Er selbst hatte keinen blassen Schimmer, ob er bei Tomaten/Mozzarella noch ein bisschen Basilikum beifügen müsste. Endlich setzte der Sirenenalarm ein: Das Spektakel endete mit einem Zuschauer unter 18 Promille. Dessen Gedankenschärfe überforderte den Titan. Dann war es auch schon 2 Minuten vor Sendepause. Olli prägte sich den Text als Tatoo auf die Haut: "Letzte Runde! Jetzt Anrufen!" Der Fussballer mit "J" (Jaber, Hasan) vom VSK Osterholz-Scharmbeck war eine harte Nuss. Trotzdem hätte Jarolim die Antwort gewusst. Meinte er zumindest als Zuschauer. Die 50 Cent pro Anruf allerdings waren die reinste Abzocke. Die Meisten kamen eh nicht auf die Lösung. Jaros Zorn, nicht in der Auswahl dabei zu sein, wuchs schnell. "Verdammte Reaktion! Verdammter Olli". 107 ganze Anrufe und nie war "Jaro" richtig. Beim 108. Mal auch nicht, aber dann gab er auf. Erschöpft rollte er sich in einen Teppich - wie Giovanne Elber einst. Verblassend hörte er Olli aus dem TV: "Jetzt ist die Sendung leider vorbei, heute Abend ist der Jackpot bei 29 Euro. Ich starte das ganze dann um 23:30 -23:50 - also immer schön abschalten. Gute Nacht." Die rothaarige Assistentin mit der Piepsstimme entfernte seine rote Perücke. Seine Wimperntusche (rot) ließ er. "Dieser Job ist gar nicht mal so übel, hätte ich doch bloß meinem Arbeitsvermittler gedankt." Nach jahrelanger Arbeitslosigkeit und vollkommener Zufriedenheit war Olli nun also sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Einschaltqoten am Marktanteil waren in Sektlaune und Olli nahm grinsend den Kartoffelschäler in die Hand. Die Studio-Leitung wusste, dass jetzt alles nach Ollis Nase blickte. Ein Fehlersuchbild wurde erstellt, zwei Tassen heißen Holunderkräutertee mit ein bisschen Bärlauch waren zu sehen. "Mensch Leute! Schaut doch mal ganz genau auf das schöne Leben! Geld ist nicht alles! Ruft nicht bei so einer lausigen Sendung an!". Jaro wählte gleich ein übles Schicksal: Mit 2 Handys verbarrikadierte er sich in einer Telefonzelle. Eines mit Prepaidkarte, das andere mit Vertrag. Mit diesem rief er ausschließlich die Zeitansage an. Diesmal hatte Jaro die Schnauze voll und dachte sich einfach nur "Tränen lügen nicht". Von Weinkrämpfen geschüttelt sah er auf den Block, mit den mitgeschriebenen irreführenden Lösungshinweisen Ollis. Manche Wörter kannte Jaro überhaupt nicht, deswegen entschloss er sich ein Wörterbuch, ein grammatikalisches Beiheft und ein Pfund Karotten bei Nacht in den See zu werfen. Oftmals hatte er in hitzigen Diskussionen einfach Lust darauf.


    Selbst bei gemütlichen Kerzenschein und einer halben Bier hatte er Olli schon mal gesteckt, dass er alle Fotoalben (auch die aus älteren Beziehungen) am liebsten alleine durchschmökerte. Dazu trank er immer Milch und berührte von Nostalgie erfüllt die Trabbis aus der DDR. Im Wohnzimmer hatte er noch eine Ration "Krokodil" - frisch aus Dnipropetrowsk. In der Frage "soll ich oder soll ich nicht?" wägte er gar nichts von beiden, denn Jaro hatte bereits wichtige Lebenserfahrung gesammelt. Daher im Zweifel immer den Ja-Sager spielen. Als ob er so schon immer gehandelt hätte, setzte er sich auf einen Lederstuhl und studierte einen Stadtplan von Jekaterinburg. "Hmmm, wo bekomme ich wohl einen günstigen Flug?" ...Mit Junky-Airlines und einem dicken Pelzmantel ging es heiß her im Flieger. Methadoncocktails und ein bisschen Kokain waren an Bord geschmuggelt und sorgten für eine (gefühlt) schnelle Reise.

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    Jaro war sogar satte 2 Stunden trocken geblieben. Nun aber entdeckte Jaro ein geheimes Schnapslager an Bord der Airline und verpetzte die Crew beim Zollamt Jekaterinburg. "Alles kein Problem!" meinten die dicken Schweine (Jaro nannte sie so). "He! Habt ihr Lust, mich in einer fremden Stadt ins Ghetto zu bringen?". Sie verhandelten wild: Eine kostenlose Stadtrundfahrt inklusive eines Besuchs der "Kathedrale auf dem Blut" standen bereits fest. Aber Jaro versuchte darüberhinaus noch gewinnbringende Flyer eines deutschen Pharma-Konzerns an interessierte Aktivisten der bekannten Vereinigung für häusliche Drogenpanscherei (VfhD) abzutreten. Leider waren nicht mehr genug in Jaros flauschigem Pelzmantel. In einer Junkie-Wohnung machte er Rast. Faule Russen gab's da nicht: Einige schnüffelten Kleber, andere kifften angestrengt, andere kochten eifrig Bliny und andere russische Spezialitäten. Darunter auch "Krokodil". Jaro war begeistert. Daheim, im tschechischen Suppentopf hatte er damals nur Kloß mit Sauce. Jedenfalls machte Jaro nicht halbe Sachen. Er wusste: Diese eine rosarote Pille, die da so geformt wurde, musste es sein: Eugen (ein ziemlich belesener Mann aus Shcherbakova) erläuterte, er hätte viele Kontakte in die Jekaterinenburger Homo-Szene. Aber Jaro wollte eher wissen, wo man in dieser großen Stadt billigen Badeschaum und und andere Exportschlager bekäme. Eugen hatte keine Drogen mehr. Heimlich ging er in den Keller, wo all jene Gestalten vegetierten, die bereits jegliches Interesse an
    Stadtrundfahrten verloren hatten. Eugen öffnete diese eine rote Tasche, die Jaro im Treppenhaus vergessen hatte. In andächtiger Manier zelebrierte er sie, während qualvolle Schreie das Gebäude erfüllten. Irgend ein Russe leidete an
    Jaros ziemlich ungestümen Vorgehen bei dem Fangen einer verirrten Wespe. Jaro hatte nämlich erkannt, dass der eigentliche Russe panische Angst vor Wespen hatte. Nur im Winter da hatte er neben der Fliegenklatsche zwei bis drei aus Schafswolle zusammengeklebte Kristallstamperl, aus denen Jaro dann immer
    die Zukunft las: Zwei rote Nasen sah er vom vielen in der Kälte stehen. "Seht euch mal genauer um, ich hab das Gefühl, dass es hier gerade überhaupt nicht
    aussieht, als ob der Russlandtrip noch irgendwas Gewinnbringendes für mich und meine Sensationsgeilheit böte." Enttäuscht liefen Jaro und seine Kameraden durch die Tundra. Das Großstadtleben Jekaterinburgs wollten sie für zwei Tage vergessen.


    Im ewigen Schnee stellte sich sehr schnell heraus, dass Jaro ein jämmerlicher Waschlappen war. Ständig maulte er rum und erhob weinerlich seine Stimme, um zu zeigen, wie sehr er doch wieder nach Hause zu Mama wollte. Das konnten schon schrille Töne sein. Olli (mittlerweile in einer großen Schneewehe versunken und fürchterlich genervt) brachte frische Zwetschgen und Eistee. Die Frierenden hätten natürlich lieber heißen Tee und flüssige Zwetschgen gehabt, aber Olli war auch ein bisschen Sadist. Sein Gesicht war leicht angefault. Klarer Fall: Olli war nicht mehr ganz bei Trost. So wedelte sein Schatz Jaro ihm erst mal einen von der Palme, um dann zu beurteilen, ob seine Krokodil-Abhängigkeit schon tragbare Früchte hervorgebracht hatte. Ollis linker Fuß war sichtlich ramponiert - kein Wunder. Jaro tadelte ihn, dass er doch lieber Wasserski oder Meditation ausprobieren solle. Aber alles mit Wasser hasste Olli. Er trank sogar ausschliesslich Wüstenschnaps und Tundrageist. Diese Gewohnheiten waren seit dem bizarren Aufenthalt auf dem Planet der Affen einfach gegeben. Grunzend, kriechend und schreiend buchte er Tickets für die Rückreise. Eine einheimische Dorfschönheit packte für Jaro und Olli noch einige Märchenbücher für den langen Weg ein. Olli, lies, da er Lagastheniker war und von Natur aus auch sehr furchtsam, deswegen knabberte er
    sichtlich nervös an seinen Fingernägeln und fragte weinerlich nach Jack Daniels. Dieses Herrengesöff war leider aus, weshalb er nach und nach nüchtern wurde.

  • Der feine Unterschied zwischen einer stilbewussten Mode-Tunte und einem stumpfsinnigen Textgut von Philipp Lahms neuem Buch war nicht von der Hand zu weisen: In sommergrünen Hotpants rief Philipp bei Jaro an, um sich zu erkundigen, welcher Nagellack im kommenden Herbst 2011 so angesagt wäre. Philipp kritisierte den allgemeinen Verfall des sonst so überzeugenden Schwalbentods Jarolim. "Einmal bei den Bayern-Amateuren packte ich meine Flöte aus und spielte 'YMCA'". Jaro wurde schnell klar, dass Philipp überhaupt nicht schwul war. Er legte auf. Die Hamburger waren diesbezogen ziemlich kalt. Auch Jaros Blick stellte unmissverständlich klar, dass er die rote Laterne wieder vor seinen Privatclub hängen will. Michael Oenning riet ihm, eine Preiserhöhung für orale Hygiene zu fordern. Außerdem sei es laut Oenning angebracht das Dienstleistungsspektrum einzuschränken. Jaros Gedanke, eine Stelle für professionelle Kundenberatung zu schaffen, war damit erledigt. Dafür konnten Kunden das Gesamtangebot nun auf einen minimalen Preis drosseln.


    Oenning aber vermasselte das blühende Millionengeschäft: In Jogginghose bekleidet schlenderte er gegen einen Besen, der auf einen Treppenabgang lag. Zu sehr war er mit seinem Bart außerdem an einem Stützpfeiler hängen geblieben. Der Trainingsanzug, in dem Moe steckte, fing Feuer und der Besen landete unglücklich auf dem Arsch von Jaro. Erschrocken rannte dieser gegen eine Mülltonne und lauter HSV Trikots, die eigentlich als Kundengeschenke gedacht waren, rieselten auf den nassen Boden. "Naja" schrie Olli und griff zum roten Stift, der sich in Moes Brusttasche befand. Oenning - noch brennend - gab ihm noch einen Tipp, wo das Brennen anfängt und aufhört. Danach verschwand er im Aufzug ein Stockwerk tiefer und suchte nach diversen Fundamentschäden. Erfolglos fuhr er wieder nach oben und wieder nach unten. Jarolim verstand denn Sinn nicht, aber schaute tapfer zu. Das war das letzte mal, dass in einem Satz soviele Worte vorkamen. ;)


    Oenning sah alles durch seine neue 3D-Brille: Mit rosaroten Gläsern. Diese räumlichen Eindrücke wollte er für die HSV Geschäftsführung festhalten, um ihnen deutlich zu zeigen: Bananenflanken vom Halbfeld geschlagen sind das richtige Mittel, vorne keine Gefahr zu entwickeln. Jarolim, ein Spieler Oennings, war in der Gurkentruppe das Dressing. Langsam, faul und schwul. Bananenflanken konnte er auch keine. Als Mittelfeldstratege Oennings war das an sich passend. Doch der Dino der Bundesliga wurde zum Küken der Liga verwandelt. Moe setzte vor allem auf die E-Jugend: Sein Ziel war es, eine Schulbubenmannschaft aus dem Musikunterricht zum Gewinn des "Jugend liest vor"-Wettbewerbs zu coachen. Auch wenn Moe gar nicht lesen konnte, war das egal: Ihm war v.a. wichtig, dass jeder, aber auch wirklich jeder lernte, wie man mit mit null Kompetenz trotzdem einen auf Herr Oberfeldwebel macht. Daher schwang er große Reden über das Verjüngungsprogramm des HSV-Kaders. Jarolim war die Brücke zwischen Oennings Schönrednerei nicht ganz klar. Er war immer noch der Meinung Oenning wäre nicht schwul. Irrtum: Moe dirrigierte mit Enthusiasmus eine flotte Nummer an der Seitenlinie. Stürmisch streichelte er seinen Bart, ehe aus einem geheimen Fluchttunnel Olli winkte. Er wollte Oenning zeigen, wie man sich feige aus dem Staub macht. Diese eine bunte Lümmeltüte wollte er noch abnutzen, dann wollte er es Moes Co Trainer sagen.

  • Oenning war dennoch gelassen, griff nach einem letzten Strohhalm und forderte seine Spieler auf, auf Augenhöhe mit Nicolas Sarcozy zu diskutieren. Der diffudierte Vorschläge, man könne EU-Fördermittel beantragen, um den HSV umzubenennen. U.a. waren Chelsea Jugend Sieglos und Schlechtspiel Nord favorisiert. Jaro entschied sich für Harmlo(o)ser Sport Verein. Schon seit frühester Kindheit war Jaro der Looser. Im Sportunterricht las er Schwulenmagazine und in Tschechisch studierte er die Packungsbeilagen verschiedener Schmerzmedikamente. Seine Mitschüler nannten ihn "Der Kleine mit dem Blasinstrument". Schon damals ähnelte er stark dem Oskar aus "Die Blechtrommel". Er trug auch oft karierte Hosenträger, die an Oennings Rauswurf
    einen entscheidenden Teil Schuld hatten: Planlos und hilflos wirkten die Manschettenknöpfe: Jaro schluderte schon immer beim Heraussuchen seiner Klamotten. Auch Oenning, der grundsätzlich verpennte und ganz allgemein versagte, konnte nun wieder lachen. Sein ganzer Terminkalender war vollgepackt mit Besuchen im Zirkus. Lachend feierte er seinen Rauswurf, freute sich auf den großen Klavierübungstest auf der Nintendo Wii.


    Jaro wollte aber lieber Taktikschulungen im Schönreden und bemalte ein Transparent: "Ich falle gerne!". Mittlerweile hatte er diese Taktik perfektioniert. Keiner berührt ihn gerne, deswegen fällt er einfach von dem Zusammenstoß mit einem Grashalm von ganz alleine. Manchmal versuchte er stehen zu bleiben, aber aufgrund seiner Grasallergie wälzte er sich gerne im Rasen. "Niesen macht Spaß", stellte er nüchtern fest und bat Oenning um ein Gespräch auf Augenhöhe. Doch MOE war sprachlos: Er sah im Gegensatz zu Jaro zwar richtig nuttig aus, aber konnte immerhin mit Wimperntusche überzeugen. Sein Klavierspiel hingegen war schaurig. Einmal besuchte Jaro ihn: Die weißen Tasten waren rot besprenkelt. "Woher kommt denn dieser ganze Schnaps, der unter dem Notenkästchen steht?" fragte Jaro. "Nach meiner Entlassung bei McDonalds begann ich mich bei Burger King als Strohhalmhalterauffüller zu bewerben. Leider befand ich mich mit meinen Kollegen nicht in Harmonie. Ich wurde ein Stück weit mit Disharmonie entlassen und kaufte Schnaps." Jaro war nicht nur erleichtert, sondern auch erregt. Langsam griff er an seine Nase und rieb ziemlich zart mit der anderen Hand seinen kugelrunden Bauch. "Verdammt, ich muss ja noch Abendessen!" lenkte Oenning urplötzlich vom eigentlichen sich anbahnenden Schäferstündchen ab. Aber Jaro bestellte gleich den Nachtisch und ging zur Sache: Luxemburg stand tief in verwaldeten kleinräumigen, von der Infrastruktur links liegen gelassenen Urwaldsüberwucherungen. Mit Fotoapparat und Tarnkappe lichtete er erstmal seltene Schildkröten und spinnenartige Kriechtiere ab.

  • Seine Fabrik hatte einen unterirdischen Darkroom. Schon seit einiger Zeit verkehrten unbekannte V-Männer in den Gemäuern. Ein individueller Schotte, der Liechtenstein mit Luxemburg gerne in einem Satz aussprach meinte: "Jaro, ich hätte da Röcke, die ich in Luxemburg von einem indischem Teppichhändler mit Wohnsitz in Liechtenstein geklaut habe. "War nicht leicht, als er mich erwischte." Jaro hörte nur noch, wie es laut krachte. Ein Fundamentpfeiler war im Weg, als die Armbrust ihn knapp erwischt hätte. "Puh, nochmal Schwein gehabt!!". Aber nicht lange danach wackelte die ganze Fabrik.

  • missyblue schrieb:

    Ich kopier das seitenweise um, lösche die Zwischeneinträge (User, Betreff und Sig) raus, formatiere und les drüber ;-)


    Und mittels Excel müsste man eben diesen Prozess mit einem Makro automatisieren können. Wenn mich mal die Muse packt, mach ich das.

  • ab Seite 136 bis 152 :
    Stützpfeiler aus dem nahen Osten hatte Jaro damals aus Sparsamkeit verbaut. Nun hatte er den Salat:
    Die Leder-Gerbebank zerschmettert, das Büro des Direktors mit Gleitmittel völlig ölig und der Raum mit Fotografien von Olli verunstaltet. Auf den Bildern sah man Oli in seiner Zeit als Reporter für Schwulenmagazine. Mit einem Globus interviewte er seinerzeit englische Hooligans in Millwall.
    Das Besondere an den Gesprächen war, dass Olli jeden einzelnen Buchstaben in Serifen-Schrift mitschrieb: D U D U M M E S K L E I N E S Ä F F C H E N,
    K L A U S T E I N F A C H M E I N E F A N K U T T E ! „ war zu lesen.
    10 Sekunden später war er in der Gruppe unten durch. Jaro waren diese Fotos wichtig, die vor dem Vietnamkrieg aufgenommen wurden. Damals im Autokino verschüttete er das Popcorn und beugte sich in Ollis Fahrersitzseite.
    Dann tröpfelte Cola aus dem XXL-Becher. „Ein bisschen weiter vorne hast du mich schon mit Snickers verschmiert“ jammerte Olli. Kein Geld hatte Jaro, nun musste er wieder bei Olli schnorren. Aber hier im Auto hatte er alles: Eine Familienpizza, belegt mit Popcorn und ranziger Sülze und zwei paar Wienerle mit süßem Senf. Olli streifte seinem Schatz zart mit dem Mittelfinger über das Schambein und fühlte sich an seinen Kontostand erinnert. Ein Schluchzer durchbrach die Stille.
    Kein Auto war mehr am Parkplatz, als der Mond schon hoch am Himmel stand.
    Olli fragt Jaro, wann er denn endlich die Lautsprecherbox hinten links reparieren würde. Auch die eingebauten Subwoofer, die Jaro beim Preisteufel mit 10 Kisten China Böller kaufte, knacksten nur dumpf. „Reich mir mal den Fotoapparat, ich muss die Bilder dieser miesen Anlage festhalten.“ Bat Olli.
    Tief in der Nacht, als beide defekten Lautsprecher abgelichtet waren, zog Oli Jaro liebevoll am Ohrläppchen. Aber irgendwie fror Olli, auch der Motor strahlte keine Wärme ab. „Es ist einfach schade, dass der Abend seinem Ende zugeht“. Pathetisch und stolz verbrannte er noch am Parkplatz eine Bayern-Sau und beschwor die ewige Verdammnis! Kräuterblätter zupfte er und drehte damit eine Kippe. „Kubanische Naturdroge“ nuschelte er und drehte sich noch eine. Jaro reichte ihm eine Drehmaschine.
    Als der Nebel dichter wurde, verstand Olli, was der komische Typ vorhin am Handy bestellt hatte: Einen zierlichen, kleinen David zum Volkstrauertag. Diesen Auftrag hatte Olli total vergessen.
    Kein Wunder, derzeit ging`s ja in die Vorweihnachtszeit. Sein Portemonnaie war prall voll. Er zählte die hineingequetschten Knöllchen:
    Hier 15 Euro für ne 30er Zone, da 60 Euro für Erregung öffentlichen Ärgernisses und da eine Nacht hinter schwedischen Gardinen wegen des Störens einer Rede von Uli H. zum Thema „Lattenschüsse“. Damals, im bayerischen Landtag, verhöhnte Olli ihn auf eine wirklich grenzwertige Art und Weise. Am Podest stehend nahm er zwei HoWe-Würstchen in den Mund und spuckte sie wieder aus. „Ekelhaftes Fleischgepansche!“ brüllte er, stampfte auf, so dass der gesamte Landtag angewidert auf das Bratwurstgehäck, das da vor ihnen glibberte, blickte. Hoeness rief die Ninja Turtles zu Hilfe und machte sich damit endgültig zum Vollidioten am damaligen Tage.
    Nach dieser Erinnerung hatte Jaro erstmal Lust auf 6 mit Kraut. Beim Gedanken an seine Zeit in Franken, als der dritte Abstieg des FC Bayern bereits besiegelt und gefeiert wurde, kam ihm das damalige Rennen des HSV im Schneckentempo gar nicht so dumm vor.
    Aber der Titel des Rekordab- und -wiederaufsteigers war bereits an die südlich der Donau hausenden Donaueschinger vergeben worden, nachdem die noch südlicher hausenden Höhlenbewohner ausgestorben waren. Oh, mein Gott, was passiert noch in dieser Geschichte?
    Keine Ahnung nachdem die Russen versuchten, Josef Jarolim (den Onkel Jaros) zu Jaros Privatleben hinzuzufügen, dies aber erst nicht schafften und die beiden deshalb in einen Container als Marsexperiment sperrten um sie zu befragen, vermuteten diese sofort einen Lauschangriff von Uli H.
    Der Verdacht war fast nicht von der Hand zu weisen, aber Hoeneß hatte ein wasserdichtes Alibi. Doch das war teuer erkauft, was aber an Fandels Bedingungen lag: „Drei Paletten Nämbercher Brarwäschdd, wenn ich jemals wieder pro Bauern pfeifen soll, sonst wärschte dei blaus Wunder erlebn, weil dann wird nächstes Mal nämlich dein Alibi flöten gehen.“
    Das Alibi ging flöten. Uli H. stand plötzlich wieder im Kreuzfeuer krudester Verdächtigungen. Jaro vermutete, dass Olli halluzinierte. Hier im Auto, nachdem er all dieses wirre Zeug gefaselt hatte.
    Nachdem die Spur wieder aufgenommen wurde, gelangten sie schnell zu einem überraschenden Ergebnis.
    Auf Grund der goldenen Hochzeit Jaros und Ollis
    „Patenkind“ in El Salvador hatte der eifersüchtige Olli einen Peilsender gekauft, den er Jaro heimlich an eine ungewöhnliche Stelle einpflanzte, nämlich am zweiten Herzschrittmacher. So konnte Olli also einfach nach Guatemale radeln, ohne ständig Sorge zu haben, Jaro ginge unerlaubter Weise in einen Stripclub um über Michael Oennings Journalistenschule zu plaudern.
    Olli selbst war nicht ganz auf Augenhöhe mit dem, was da gefachsimpelt wurde. Aber heute um 18.00 Uhr hat er einen Nachhilfetermin in Sachen kleines Einmaleins. Der guatemalische Nachhilfelehrer kommt eigentlich ursprünglich aus Kuba, aber wegen illegalen aus Kuba, aber wegen illegalen Machenschaften hatte er auswandern müssen um Ollis heimliche Besuche zu genießen. Oftmals exportierte Jaro in Ollis Abwesenheit Münchner Leberwurst in ganz wilde Länder.
    Ein Container ging nach Somalia – direkt zu den Kindersoldaten, ein anderer nach Italien zu den Partys eines gewissen Silivo B., auch bekannt als der „Meisterimker der Adria“. Jarolim konnte nicht glauben, wie verwirrt das ganze Exportgeschäft organisiert war. Olli ging mittlerweile regelmäßig nach München, um Hunde im Tierheim zu streicheln. Jetzt in Guatemala allerdings, stand er vor einem großen Problem:
    Die Einheimischen wollten ihn einbürgern, falls er erwidern sollte, aber Olli peilte mal wieder gar nichts. Was zur Folge hatte, das neue I-Phone zu Rate zu ziehen und zum ersten Mal seine neue „Nachdenk-App“ auszuprobieren. Da stand z.B. „richtige Sprache eingestellt?“
    Die guatemalische Amtssprache war tschechisch, was einige Probleme aufwies. So z. B. waren grammatikalische Grundkenntnisse und Rechtschreibung von Olli vollkommen fürn A… . Im Gegensatz zu einigen Usern des Glubbforums, konnte er aber wenigstens sinnvoll diskutieren.
    Auch Zusammenhänge und Handlungsstränge verstand Olli. Obendrein hatte er Sinn für Humor. Andere dagegen kamen bei seinen komplexen Wortspielen völlig aus dem Takt, was Jaro schon seit 14 Jahren Langzeitbeziehung nervte. Er war sozusagen „taktlos“.
    Die Bewohner von Cuilapa hatten daher beschlossen, eine Schule als Tagungsort einer Krisensitzung aufzusuchen.
    Die Baumkronen wurden durchforstet, um die sensationshaschenden Klatschreporter runterschütteln zu können, die Olli (ganz in Lothar-Manier) über jedes seiner Vorhaben mit Spickzettelchen informierte, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen.
    Der Weg zur Schule war weit nicht so gut ausgebaut wie die Via Flaminia, aber Olli pfiff trotzdem die Melodie „Guatemala Feliz“. Vergnügt schwang er seine Hüfte und kaute ein paar Kaffeebohnen.


    http://www.youtube.com/watch?v=QHrxMtgF7BM


    Er dachte an das Vögelchen, das ihn heute früh mit der Himno Nacional de Guatemala aus den Federn geträllter hatte. Seelig und genervt griff er nach seiner Zwille, weil einfach niemand gute Laune besser verstecken konnte als Olli. Er feuerte bunte Federkugeln Richtung aufgehende Sonne, weil er einfach total happy war. An Jarolim sollte es nicht scheitern:
    http://www.bild.de/sport/fussb…atsche-21143648.bild.html


    Der war weit weg und trainierte im Fitness-Studio, um seine Rückkehr zu Cáslav, wo seine Wurzeln lagen, möglichst attraktiv hinter sich zu lassen und über Prag und Schwandorf nach Nürnberg zu reisen. Dort wurde ein neues Fahrrad speziell für extrem warme Brüder, die viel lieber schieben statt treten vorgestellt.
    Mit höchstem Elan und höchster Disziplin kaufte Jaro eine Fanta und stellte sich auf völlig bluna ein, als die Schau begann.
    Eine Gruppe attraktiver Junger tanzte um das Fahrrad herum.
    Jaro war sofort hellauf begeistert von dieser Attraktion. Eine bildhübsche Passantin mit großen, runden Augen und viel Charme erkannte Jaro: „Sind Sie nicht der Klomann, der skandieren kann?“
    Jaro überlegte, ob er jemals so direkt entlarvt worden war.
    Wieso war die Frau an ihm interessiert? An ihm (!), der stets aussieht, als käme er gerade halbtot aus dem Löwengehege!
    So blutleer könnte er doch unmöglich schick sein? Tatsächlich hatte er aber ein Angebot seiner nicht immer nachvollziehbaren Gedankengänge ausgeschlagen.
    Viel lieber bevorzugte Jaro, es diesmal direkt anzugehen, indem er erstmal in Ohnmacht fiel.
    Diese Strategie war sein Joker, wenn sein Denkapparat mal wieder nicht mitkam. Die umstehenden Menschen wussten nicht, ob sie ihn ignorieren

  • sollten, ob sie ihn wieder zu Bewusstsein bringen sollten oder ihm nen Zettel auf die Stirn kleben sollten mit der Aufschrift „Zur Zeit außer Betrieb“
    Keiner wusste, dass Jaro tatsächlich wie ein Oppossum einen auf tot machte, um brenzlichen und schwierigen Situationen zu entkommen - funktioniert bei Olli meist. Aber der nutzt die Gelegenheit oft, während Jaro so dran liegt, nimmt er einen fetten Edding und malt diesem diverse Dinge und Sprüche auf seinen rechten großén Zeh, so dass Jaro nach dem Aufwachen die Augen zusammenkneift, um seine Tränen zurückzuhalten.
    Nur einmal, schon vor langer Zeit, erkannte er auf seinem Zeh ein Gewächs, das aussah wie Schimmelpilz. Er täuschte sich nicht.
    Oli hatte ihm wirklich aus Rache nen Fellbesatz draufgelegt, der zu einer hohen Raumfeuchtigkeit führte und die Silberfische dazu brachte, mehr zu werden.
    Ein Schädlingsbekämpfer musste letztendlich das Problem lösen. Doch der hatte von korrekter Interpunktion null Plan und beherrschte auch sonstige Grundregeln des sich Einfügens in bestehende, gut laufende Kleintierkulturen nicht. Daher hatte er wenich Schanzen, als Siecha aus dem Rechtschreibwettbewerb hervorzugehen sowie Bezahlung zu erhalten.
    Jaro schrie auf, als er an diese neue Struktur und damit an seine Grenzen stieß. Kläglich wurde ihm bewusst, dass er wohl mal wieder ein Pronomen mit einem eingeleiteten Nebensatz bzw. einer Konjunktion völlig übersehen hatte und irgendeinen schwachsinnigen Beitrag in ein, für gegebene Verhältnisse völlig ausreichend besetztes, Unterforum der Schreibelite unter den Fussballstars geschrieben hatte.
    Ein bunter Kläffer, einsam und allein, verwirrte Ollis und Jaros gemeinsamen Lebensweg.
    Apropos gemeinsamer Lebensweg: Beide hatten schließlich nach über 20, mal glücklichen, mal weniger glücklichen Jahren Beistand. So meinte Olli, es wäre endlich an der Zeit, langsam aber sicher das weitere Vorgehen bezüglich der geplanten Spielerrevolte durchzusprechen, damit endlich eine andere Sau durch´s Gehege geführt werden kann.
    Ollis privater Streichelzoo beeindruckte durch Weichheit, Sensibilität und
    Und Veganentum alle Tunten aus dem Münchner Glockenbachviertel. Große und auch kleine, äußerst kleine Zwerghasen hatte er gezüchtet. Damit wollte er an Ostern ganz Oberbayern beweisen, was ihm niemand zugetraut hätte und was auch vor ihm noch kein anderer gewagt hat.
    Das Verbotene auszusprechen:
    „Hasen und Eier waren schon immer eine schlagende Verbindung, bei der mitunter auch nach Ostern regelmäßig Jaros Haus geschmückt wurde. Auch ich werde schmücken“.
    Am Tage vor CSC suchte er alle Unterstützer zusammen. Spätestens nach dem Brand an der Säbener Straße waren alle Unterstützer vorübergehend beschäftigungslos. Das gab ihnen die Chance, weiter zu unterstützen was unterstützenswert war. Deshalb bildeten sie einen Stuhlkreis, um die Planungen für Ollis Vorhaben anzugehen.
    „Nehmt euren ganzen Mut zusammen und erklärt euch solidarisch mit Ollis Wahnvorstellungen“ beschlossen sie. Epochiale Zeiten schienen anzubrechen, aber im letzten Moment zog Olli den Grund ihres Daseins weg, indem er beschloss, stattdessen ne Einladung an Fandel zu malen.
    Beim Texten war er emotional: „Lieber Fandel, Du alte Transe, was ist los am Samstag? Willst Du mich heiraten? Die Antwort hätte ich gerne bis 16.00 Uhr, denn dann heirate ich Jaro.“
    Ein buntes Treiben begann, wobei alle sich doch eigentlich soooo unattraktiv fanden.
    Fandel erhielt die Einladung auf Englisch, wollte aber seinen Pool nicht verlassen. Sein Butler, Brazo, war ihm schon lange auf den Nerv gegangen. Hier im schönen Cottbus, am Arsch der Welt, hatte Fandel eigentlich nicht so die Kontakte zu den polnischen Manipulationsbehörden. Aber wenigstens gab´s hier Telefon, so dass er bei bestimmten Bedürfnissen ohne weiteres eine Toilettenfirma rufen konnte. Diese Handwerker hatten ihm nicht nur das Rohr gereinigt, sondern auch erklärt, wie man bei Halsschmerzen die Pfeife zu trällern hat.
    Man muss sie eben auch mal zu Seite legen und unbeachtet ihre magischen Töne verinnerlichen.
    So hörte man von Fandels Finka über Monate nichts. Jetzt sieht er, wohin diese Ruhe führte:
    Zu schwarze Radieschen!
    Die Finka brannte lichterloh. Als schon die mutigsten Kämpfer der „Schwarzen Radieschen-Terrorgruppe“ das grüne Lieschen durchs Gebüsch bei den Rapunzelfeldern jagten und diese versprengt hatten, ahnte Fandel schon, dass da wieder nur uninteressanter Scheiß ablief.
    Ollis Einladung zum Partnertausch hat er damals abgelehnt. Heute aber ist er spitz wie Nachbars Lumpi, denn er hat schon ganz lange nimmer des Nächtens mit Olli und Jaro Flüssigkeiten abgeschossen, die voll ins Gesicht schossen.
    Ja, die drei hatten schon echt eine fantastische Zeit miteinander erlebt.
    Einmal, da waren sie im Ferienlager und Jaros harter, blonder Hahnenkamm sorgte für neugierige Blicke der anderen Teilnehmer, die alle Jaros neuestes Buch gelesen hatten: „Modisch schick, auch im Schritt“ – einen Ratgeber für den Beststeller bekam man bei Schlecker. Nur – wer braucht denn nen Ratgeber für Jaro? Richtig: Keiner. Der Typ war ein stadtbekannter Irrer, der immer gerne mal in der Nase popelte, während er in öffentlichen Verkehrsmitteln herumlungerte.
    Aber die U-Bahn-Fahrer hatten Sinn für gutes Benehmen. Der letzte Fahrer neulich sagte zu ihm: „Eyy Jarolim, wenn ich dich so sitzen sehe, schaut deine Nase scheisse aus und die rosa Schleifchen um deine blonden Zöpfe machen einen äußerst dringenden Friseurbesuch bei Gelegenheit unabdingbar!“
    Der tschechische Fussballstar fing sofort an zu weinen ob solcher gemeiner

  • Seite 152 bis 160


    schwuler Friseure mit steifem Kamm, die am Ende des Weges nie wussten und auch sonst keine Bedeutung hatten. Verwirrend fand er diese Meinung derer wegen er verwirrt war: Der neueste Vorschlag war soweit weg von all seinen bisherigen Interessen, dass ihm schwindlig wurde und er kotzte.


    Er nahm das Handy und fragte Lothar M. nach dessen minderjähriger Freundin. "Oh Jaro - mei dier boifränd ai häff a driem: Ju end Ei A suu a Gschrei!" Jaro bemerkte Lothars beeindruckende Englisch-Kenntnisse und gab ihm ein Brieflein mit der Bitte, ihn zu unterrichten. Sie fingen Tags darauf mit dem Wort "gay" an, Jaro kannte es schon. Ohne zu zögern sagte er, es heißt schwul, dann kam das Wort "Derby" und "darkroom". Die Vokabellernerei der Unaussprechlichen Grünen von Drüben verursachten ihm Würgereiz verbunden mit Kräutertee eine wirklich unschöne Angelegenheit! Olli saß in der Ecke und kotzte sich die Seele aus. Lothar schrieb "un-up-climbable" Textpassagen über kriegszuständische Außerirdische im Bordell, weil er den grammatikalischen Überblick verloren hatte.


    "Mal ehrlich, kennt sich eigentlich irgendwer hier vom ChristopherStreetDay in Fürstenfeldbruck?" Jaro meinte, der Veranstalter müsste eine Liste aller Getränke und Speisen zum Preis von einmal Vorhaut zurückschieben und 2,50zich haben, aber nicht alle Frauen wussten, dass Jaro eher anders orientiert war. Als ihm eine braunhaarige Stute dicke Pferdeäpfel vor die Nase hielt, war ihm klar, dass diese Geschehnisse im Traume stattfanden. Deshalb trank er sofort ein großes Glas Klosterfraumelissengeist, setzte sich in seinen gelben Renault Twingo und trällerte die italienische Volksweise "La Bella Polenta". In dem Lied
    *


    sind alle beschäftigt, was Jaro auch gerne wäre.


    Stattdessen ruhte er sich dauernd aus und fantasierte, er könne fussballspielen. Allerdings kann er nur ganz langsam passen und ungefährlich für sich selbst umfallen. Obwohl er oft trainierte und trainierte... selbst am Jahresende nicht viele schlüpfrige Bücher über Schmetterlingslarven und ihren Weg zum Ewigen Frieden aufsog, Lothar M grinste: In England würde Jaro keinen Job bei der Müllabfuhr in Manchester bekommen. Das Fachvokabular beherrschte nur der Lothar besser denn je, war er doch erst um 23 Uhr fünfzehn somalischer Winterzeit mit der Übung für Vokabular von britischen Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes im Britischen Commonwealth und Umgebung fertig, aber trotzdem: Zwei kleine Fehler unterliefen ihm dennoch: Er trank den Tee, ohne den kleinen Finger dabei abzuspreizen, außerdem schlürfte er mit angespitzten Lippen. Es sah ziemlich scheisse aus als er so die Tasse abstellte und seinen Zucker blank aus der Dose leckte.

  • Ein sehr alter und nicht gerade attraktiver Jüngling kam um die Mittagsstunde und zog zwei Lose aus der Trommel. Martin Bader schrie laut FUCK, schon wieder hatte er keine Ahnung, dass der erste der gezogen wird, der Bruder von Christian Wulff ist. Ein Drohanruf beim Chefredakteur für die Freiheit der Ressezensur machte alles schlimmer. Die Welt versank im Chaos. Wild mosers ehemalige Taktik ging schief. Jaro und Olli flüchteten mit dem Satz, weiter immer weiter, immer weiter... denn das Ende ist so nah.


    Es hatte sich herumgesprochen, dass die beiden gesetzlose Outlaws waren, die in ihrer eigenen Welt unter zwanghaftem Verfolgungswahn litten. "Pass auf! der Basler und der Fandel haben Deine Schnürsenkel vertauscht und jetzt los los los!" Sie rannten jeder in eine andere Richtung, aber leider im Kreis, so stießen sie mit den großen Zehen zusammen. "Wir hätten auch eine "8" auf dem Rücken haben können, aber leider sind wir Nullen." konstatierte Oli. "Egal, auf zu neuen Fluchtversuchen." Lachend verschwanden sie am Horizont.


    Dort erwartete sie bereits ein neues Abenteuer. Ein Heißluftballon mit Herbert, Knut, Babak und ein paar anderen Vögeln sollte die Eig(l)er-Nordwand umkurvt werden, was aber misslang. Jaro nahm Pickel und Seil und versuchte, den Heißluftballon zu erreichen. Die Absturzstelle des Sandsacks, der vom Ballon gefallen war, wies ihm den Weg. Als Jaro ankam, musste er zu seiner Überraschung feststellen, wie er es damals auf den Nanga Parbat ohne seine korn-gelben Flip-Flops und seinen Indiana Jones Huth geschafft hatte. Am Ziel erzählte er stolz "Den Nürnberg hab ich damals auch besteigen wollen!" Fandel, dessen Rücken schmerzte, weil Jaro Klammeraffe spielte, rief einen Rettungshubschrauber. "Dieser Volltrottel." Als dieser heranschwebte, stand der tschechische Abwehrstar nur wie eine Telefonzelle im Weg rum und behinderte die Grundschullehrer bei ihren verzweifelten Versuchen, die Verunglückten zu bergen. Fandel beschwerte sich bei den Grundschullehrern aufgrund verschiedener Dinge: Einerseits fiel der Kapitän als Erstes (unabsichtlich) rückwärts über sein ausgestrecktes Bein, darüberhinaus wurde der Rettungsschirm schlampig ausgefaltet. "So ist unser Untergang nicht aufhaltbar", brüllte Olli und senkte den Kopf. Seine fettigen Haare und seine Schuppen, die in der Sonne glänzten, unterstrichen die spürbare Dramatik. Ein angeschossenes Reh kam vorbei und schürte Hoffnung: Das Fleisch würde kein Gammelfleisch werden. Eine Falle wurde gebaut: Zwei Seile wurden auf einer Buche mit Tesa-Krepp befestigt. Ein feiner Draht um die Baumkrone geschlungen hielt den Köder. Ein Gummiband aus der Feinripp von Jaro zwickte ihn. Aus Versehen kam er an die Baumkrone, als er von einer Sauftour der vorletzten Woche erzählte. Der 30 Jahre alte Whisky hatte ihn am Kehlkopf gewürgt. Seine Zunge wurde blau und sein Gelaber wurde immer unerträglicher. Plötzlich tappte das Reh in die Falle. Leider riss es ihm dabei ein Bein ab, womit sich Jaro also zufrieden gab. "Nicht weiter schlimm... meine aktive Zeit als Jäger ist zu Ende." Im Krankenhaus angekommen bei der hübschen nackten Ärztin fragte er, ob man sein Bein rot-schwarz lackieren könnte. Die Krankenschwester rannte schreiend davon, der Chefarzt lackierte versehentlich Jaros rechtes Ei. Im Aufwachraum hielt Olli eine flammende Ansprache: "Lieber Jaro, ich freue mich so sehr, dass Du und dein rot-schwarzes Ei gut aufgewacht seid. Die heutige Zeit verlangt Opfer von uns.

  • Seite 160 bis 170


    Deshalb wird Ei Nummer zwei komplett ohne Narkose amputiert und Du darfst zuschauen!" Jaros Mine verdunkelte sich. Angestrengt überlegte er, wie er das aushalten sollte. Ihm war klar, dass es blutig wird. Fandel hatte Mitleid. Er konnte einfach keine Tränen sehen und lenkte Olli ab: Er zeigte ihm seine Operationsnarben am Oberarm. "Alte Kriegsverletzung" nuschelte er. Olli zerriss seine Versicherungskarte, weil sie zu groß für seinen prallgefüllten Urinbeutel war. Der Proktologe kam herein - doch Jaro war weg! Er hatte die große Spritze gesehen und konnte dank Fandels Hilfe aus dem Fenster springen, direkt in die Arme des Sicherheitspersonals. Handschellen klickten und Schüsse fielen, weil Jaro sich wehrte. Aber alle Gegenwehr war sinnlos, weil das Schicksal keine Gnade walten ließ. Er lag auf der Pritsche, in Angst um sein Ei und resignierte. Der Chefarzt kam mit der Lackierpistole angerannt und lief direkt weiter nach nach nebenan, aber der Eierschneider kam doch noch, keine Gnade! So sehr Jaro sich auch bemühte, am Ende war es nicht zu verhindern:


    Alles kam ganz anders: Er dachte, er könne sich losreißen, aber der Wind war zu stark und jetzt wurde es blutig: Die Wunden, die er versuchte aufzukratzen waren dem Operationsteam nicht genug. Es schien als ob Jaro nicht aus dieser Situation kommen würde. Seine Gedärme hingen seitwärts neben der Leber. Alles bestens. Sein kleiner Hund witterte die drohende Gefahr. Aufgeregt wedelte er mit dem Handy von Jaro, Twitter war am Display zu erkennen, Oenning ließ die Netzgemeinde wissen, wie man gleichzeitig auf Augenhöhe mit seiner Furcht trotzdem schlüssig und konsequent Scheisse bauen kann und dabei zur Lachnummer wird. Das Beruhigende daran ist zweifellos das alte Lied: Jaro ist am Ende immer der Vegetarier denn sein Hausschwein ist ziemlich fies und frisst immer alle Kleeblätter restlos auf. Allerdings macht dies endgültig keinen Sinn. Jedenfalls hatte Jaro eine Idee:


    "Ich halt einfach Ollis Eier dem Onkel Doc entgegen" Olli zuckte teilnahmslos mit den Schultern. Der Anästhesist war ratlos und sagte: "Am besten wir betäuben beide." "Wieso Jaro mitbetäuben?", dachte sich Christian Eigler und kotzte. Er war gar nicht da un kotzte auch nicht ^^. Also kotzte niemand der nicht da ist. Aber: Jemand, der nicht kotzt, kann nie seine Rrau an Ö.. ausleihen. Die Eier waren nun betäubt, das hat man Jaro eingebläut. Ein Eingriff kam nicht zustande, weil Sonntag nicht operiert wird. Deshalb schien alles gut zu enden. Leider jedoch kam ein Gewitter das in die Geschichtsbücher als "das blitzloseste Gewitter der Welt" einging. Es machte sogar Jaro kaum Angst. Der sanfte Donner und starker Regen ergänzten die Atmossphäre: Wolkige Wolken wolkten am Himmel wie Cristophs Weisse Lines auf einem Spiegel, dennoch: Die Gefahr war noch größer als Christoph noch in Leverkusen gesnieft hatte. Jaro hatte genug davon und ging zu seinem Dealer. Dieser sagte: "Wo habe ich denn meinen Schlüssel hingelegt?" "Weiss ich nicht" sagte Jaro, "Es macht mir Sorgen, dass die Preise für harte Drogen so exorbitant günstig sind. Ich bekomme bitte 40 Gramm Hirschhornpenis und 250 Gramm Butter." Mit diesen Waren war es einfach, etwas Leckeres zu kochen. Beim Gemüsehändler musste er noch schnell aufs Klo und dann ging er zum heimischen Herd.


    Olli hatte eine hübsche Schürze war bemüht derweil auf Sanft zu machen, aber Jaro erbrach sich in die Suppe. Er tobte noch umher. Die Beziehung mit Olli
    war untenrum eher steif, aber Jaro meinte, eine Pause wäre nötig. In Pausen fühlte sich Jaro meistens frei, um neue Texte zu schreiben. Texte, die Herzen berühren und meist nur schwer nachvollziehbar waren. Sein schwules Inneres sagte ihm die lustigsten Begebenheiten ein: z.B. einen Bauarbeiter, in hautenger Hose und rosa Presslufthamer. In Jaros Phantasie waren Bauarbeiter sexuelle Objekte. Tagein tagaus malte er sich aus, wie schön die Welt ohne seine permanenten Phantasien sein könnte... aber sein Gehirn war Matsch.

  • Ausserdem machten ihn seine schmutzigen Gedanken sehr depressiv. Seine Psyche war allgemein ganz ok, aber tief ein seinem Inneren wusste er genau, dass er einen Exorzismus benötigte. Diese ultimative Lösung war nötig um schnellstens wieder Chancen bei feschen Jungs zu haben. Der Exorzist kam aus Hannover und wusste, es würde nicht leicht werden, weil der in seinen Jägermeister verliebt war. Ab und an ergab es sich deshalb, dass er sich nicht voll konzentrierte.
    Dann passierte nur Mist, z.B. Jaros Sinn für ästhetische Obszönitäten verschwand vollkommen, stattdessen betrieb er im Geiste eifrig und sehr energisch seelische Selbstzerstörung aus Liebeskummer. Er zappelte wild im Behandlungsbett und zerriss seine Socken. Der Pfleger wurde bewusstlos und Jaro leckte sich die Zehen. Er spührte, dass dieser Exorzismus eine komische Wendung nahm. Deshalb bat er um die letzte Ölung. Diese wurde vorgenommen von Vincent Raven, dessen Rabe wusste, dass Jaros letztes Stündlein um Mitternacht schlägt. Der Rabe stimmte ein Lied an - mit Pathos und Hingabe sang er "Trotz Repression", ein tschechischer Hit, den Jaro 1994 geschrieben hatte. Danach öffnete sich der eiserne Vorhang. Ein letztes mal dachte Jaro an seine Ex-Frau, die unten rum auch mal etwas Eisernes trug, was ihn aber nie störte. Seufzend versuchte er, seine Lebenszeit zu verlängern. Er faltete die Hände, überkreuzte die Beine und steckte den Kopf unter die Achsel. Der Blitz beim Scheissen fegte durch durch Abgründe des Unsinns und der Protagonist war total geladen. Jaros anale Explosion hatte Folgen: Das Niveau sank und einige finden das cool. Aber nun zweifelte Olli am Sinn der Liebe. Nachdenklich kratzte er sich und sprach: Herr lass Hirn regen, damit das hier human über die Bühne geht, ohne Blut und Schmerzen. Olli drückte seine Hand, zuckend fiel ihm ein, dass er Jaros Geburtstag organisieren wollte mit Franz, Fandel, Lothar. Etwas ganz Besonderes wollten sie planen: Massig Bier und billige Mädchen, dazu Limbo Tanz mit Zé Roberto.


    Fandel rief den Getränkelieferanten an, um um Schnaps zu betteln. Wodka, war aber aus die anderen Sachen bekam er problemlos. Der Alkoholabhängigste der geladenen Gäste war Waldemar Hartmann. Der große Tag rückte näher. Waldis-Weissbier-Therapeut war auch da und sein Rufname war Paulaner Peter. Paulaner Peter ist aber selber ein Säufer und Schläger. Gerade als Jaro mit dem Typen verschwinden wollte ergab es sich, dass die Nacht hereinbrach und es logischerweise dunkel wurde. Dennoch fasste Jaro dem Kerl zielsicher in den Schritt. Er versuchte elegant den Reisverschluss zu finden, aber war orientierungslos. Jörg Kachelmann jedoch kannte sich aus: Tiefs gehörten zu seinem Leben. Jörg K und Paulaner Peter stöhnten, weil es in Sibirien schneite und doch fanden sie die Party nett. Jaros Abwesenheit machte Weißbier Waldi traurig, er schrie "schade" - die anderen Gäste merkten schnell, dass Jaro fehlte, aber wo war er ???????


    Er war mit Boris Becker in der Besenkammer um noch mehr Gläser zu holen. Diese wurden gefüllt mit Getränken. Mit Minzblättern dekorierte Jaro sein blondes verbliebenes Haar und steckte Gänseblümchen hinters Ohr. Elfengleich schwebte er sodann zum Salonpiano und hob sein hohes C "pling pling pling Ruhe bitte". Er sang zunächst "für mich soll`s rote Rosen regnen" und dann hörte er auf, denn das Piano war verstimmt. "Eine Ungeheurlichkeit! Da stellen die das Instrument falsch ein und ich singe hier Extrabreit." Die Partygäste sahen nichts mehr wegen dem Pfefferspray, das Olli aus Jux und Tollerei in den Kuchen gespritzt hatte. Jaro sang unbeirrt weiter. Begeistert jubelten ihm die Tauben zu. Fandel nutzte die Darbietung zum sich-nackig-machen. Er hatte den Pool des Anwesens entdeckt. 50 Meter Freistil und 3 Kilometer tauchen war hart, aber er schaffte es. Schnaufend sabberte er auf Jaros Slip. Er hatte halt nicht aufgepasst. Um 12 Uhr 37 war es soweit: Olli wollte nach Hause. "So früh?" Jaro wurde sauer und haute ihm eine. Aber Olli hatte halt Kopfschmerzen, wie immer nach dem Saufen. Es ist eben so: Jaro wird rollig und Olli hat ein Rohr. Dieses hatte er bunt verpackt. Es war hübsch mit den ganzen Schleifchen und Krepp-Papierstreifen. Das Rohr hatte Olli einst in den Mund von einer Kuh gehalten, um seine künstlerische Begabung Ausdruck zu verleihen. Jeder Esel konnte Kunstobjekt werden, aber nur wenige Kühe.


    Das Rohr war gewissermaßen ein krasses Beispiel für ein außergewöhnliches Geschenk. Eifrig wurde es in die Ecke gestellt, um Platz auf der Tanzfläche zu schaffen. Die in rosa gekleidete Band hatte den Dresscode befolgt. Jaro wünschte sich "New York City Boys" und "Killers" von Motorhead. Madonna hingegen lief eh fast die ganze Zeit. Vergnügt kraulte sich Olli am Geschlechtsteil. Das interessierte aber niemanden.

  • Seite 170 bis 180


    Dann plötzlich kam, was kommen musste: Jaro sang bei "Dancing Queen" laut mit. Leider tanzte er dazu so emotionsgeladen, dass er mit dem linken Arm in den Sektkühler geriet und gleichzeitig den teuren Cognac verschüttete. Darüber freute sich die Putzfrau denn die meisten Gäste waren bereits barfuß und der Laminatboden hatte bereits eklige Schweißflecken, die nun im Cognac verblassten. Jetzt begannen die ersten Schweissflecken zu trocknen, weil Jaro immer heißer tanzte. An einer kleinen Brandwunde hatte er sich nie gestört - Er räkelte sich auf dem kalten Fussboden und sprang dynamisch zur pole-dance-stange. Mit seinem linken Holzbein konnte er sich jedoch nicht gut bewegen. Er versuchte, dies durch Bauchwakeln zu kaschieren. Dies gelang, indem er den Bauch wackelte. Die Gäste skandierten "ausziehn ausziehn" und das tat er auch. Er verklemmte allerdings den Reißverschluss seines Korsetts mit dem Bauchnabelpiercing ein, welches er erst nicht bemerkt. Dann aber schrie er vor Glück, weil er wusste, dass er Geburtstag hatte. Am Geschenketisch lag eine dicke, fette Salami und eine golden glänzende Kokosnuss. Dazu noch eine neue Tuba und zwei Brotzeitkörbe. Die verschimmelten Brötchen und die Trüffelpastete wollte Jaro nicht. Nachdem die Gäste geflüchtet waren langte Jaro sanft an Ollis Wange: "Alles wird gut mein Schatz, allerdings sollten wir jetzt erstmal sauber machen." Schmutz war Jaros größter Feind, weil er eben pingelig war. Zunächst schrubbte er die Putzfrau sauber. Danach befahl er ihr, den Abfall unter den Teppich zu kehren und die Brösel aufzulecken. Ausserdem die übrigen Pommes vergolden lassen und neue kaufen. Da kam PLÖTZLICH Calli Callmund und haute sich die Wanne voll. Was sollte man auch erwarten? Die Reste wollte sich Jaro in der Spritze aufziehen, aber er roch etwas, das seine gesamte Aufmerksamkeit erregte: Ein Duft von frischem Kölnisch Wasser. Und tatsächlich: Seine Jungs und auch die Mädchen der vergangenen Feier tüchtig einparfümiert. Der Geruch war echt scheiße und nur Jaro fand ihn toll. Am nächsten Weihnachtsfeiertag hatte er einen gehörigen Kater. Zwei Feiertage waren einfach zuviel.


    Er war so durcheinander, dass er vergaß, nach dem kacken zu spülen und die Krusten wegzulecken. Deshalb war alles soooooo eklig. Als Olli am morgen Pinkeln wollte sah er das nicht gespülte Machwerk und machte sich Sorgen. Was, wenn die Rohrreinigungsfirma heute keine Notdienste anbietet? Was, wenn Jaro an Altersdemenz erkranken sollte? Oder gar an BSE? Aber es war zu spät: Die Diagnose war vernichtend, denn Jaro war total dement. Seinen letzten Erinnerungsfunken hatte er er z.B. in den Kühlschrank gelegt, die Autoschlüssel gekocht und den Kopfsalat zerfetzt. Drum wusste Olli, welche Verantwortung das Kochen doch erfordert. Ein privater Koch wurde deshalb engagiert, damit Olli sich voll und ganz auf sein Studium weiter konzentrieren konnte. In der Vorlesungszeit blätterte er in Sexheftchen und dachte nicht an seinen schwerkranken Lebensgefährten. Nur hin und wieder mal, wenn er grad nicht auf Droge war, fragte er sich, ob Jaro mittlerweile das alte Auto lackiert hatte. Aber Jaro war den Toten näher als den Lebenden
    ( :D )
    und konnte kaum noch hecheln, weil im Sarg bereits die Engel warteten. Traurig sagte Jaro: "Hallo Ihr Engel, meine Zeit ist gekommen." Doch Beelzebub sah das etwas anders. Er schenkte dem schwachsinnigen Tschechen schwere Medikamente, denn ein paar Jahre sollte er noch leben. So brauchte er nun nur noch einen Pfleger. Er war mittlerweile sehr desorientiert und trank oft aus dem Urinal. Ausserdem konnte er seinen Haushalt nicht mehr selber führen. So passierte es z.B. dass er beim Treppensteigen einschlief oder beim Abspülen. Meistens aber wachte er schnell wieder auf. Beim Hausarzt sagten sie dann zu ihm: "Sie vermissen halt Ihren Schatz." Ja, damals war alles besser. Seine Homosexualität hatte ihn zum HSV getrieben "seufz" sagte er.

  • Bei jeder Gelegenheit kaufte er sich eine feuchte Wurstsemmel und betonte dabei seine Gier nach rohem Fleisch. Die Passanten waren ziemlich schlecht aufgelegt wegen des Regens und fragten Jaro nach dem Wetterbericht. Der Tscheche holte seinen Wetterfrosch, hob den Zeigefinger und konstatierte: "Mein Frosch ist echt doof, denn wie der Herr, so sei Gscherr!" So riss der Tscheche dem Frosch ein Loch ins Froschfotzenleder, und steckte ihm seinen dicken fetten Daumen unter die Achsel. Die umstehenden Frösche waren SCHOCKIERT von diesem Skandal. Als Jaro das bemerkte, holte er ein kleines Pfännchen um Froschschenkel nach Französischen Brauch aus dem kleinen, unschuldigen Tier herauszuschneiden. Die Pfanne aber war dafür denkbar zu Teflon haltig, weshalb der Wetterfrosch mit dem Schrecken davonkam. Dieser wollte allerdings hoch hinaus, sozusagen der Sonne entgegen, doch hatte er vergessen, dass sein linkes Auge seit der Sonnenfinsternis damals blind war. Daher hatte Jaro ihm seinerzeit einen Medizinmann aus Ghana vermittelt. Eine kurze Affäre mit ihm half dem Auge zu Bestleistungen. In der Nacht wollte er es gar nicht mehr zumachen, so gut funktionierte es nun. Als er am nächsten Morgen das glubbforum aufrief las er ohne Mühe auch Schriftgröße 30. Sogar niklas Beiträge waren so lesbar wie das Wort "Allianz" auf der Arena sah aus wie ein Stück Scheiße.


    Als Jaro 2007 seine Strähnen verlängerte, wusste Oli Hoeneß genau dass alle Brustwarzen bedeckt werden sollen. Den Farbton, den die Nippel hatten sollten die in Langwasser mischen. Olli würde Augen machen, wenn das ganze Gesocks das 3 mal besser macht, als Olli selbst. Zurück im gemeinsamen Anwesen im Iran, wie sie liebevoll den Teil des linken Teil des Gartens nannten, entspannte sich Olli im Gartenhäuschen. Mit einer heissen Tasse aus Sumpfblumenextrakt konnte Olli stundenlang schiffen. Jedoch hatte er die Temperaturen auf der Latrine überschätzt. Nun schwitzte er schon im Sitzen beim Zeitung lesen. Was er las, erschreckte ihn selbst: Uli Hoeneß war Angeklagter in einem Altenheim was er aber vehement bestritt. Er war zwar sehr
    *puh, grad isses echt witzig*
    dement aber dennoch konnte er sich kaum auf den Beinen halten. Sein Freund Franz brachte ihm zwei Krücken und 3 im Weggla. Die fraß er ihm aber gleich selber weg und sagte laut Zeitung "An Guadn!". Olli wischte sich den Senf von der Hose, als gerade sein Handy klingelt. Dran war der Klempner, der ihn daran erinnerte, die Spülung mal wieder zu betätigen. Immerhin waren mittlerweile vier der fünf defekten Wasserleitungen repariert - es sollte also alles bis Weihnachten wieder funktionieren. Olli betätigte also den Spülknopf und rieb sich an ihm. Das kalte Metall war hart und eiskalt.



    Er blickte in seine Vergangenheit und erbrach sich erneut beim Gedanken, als er 1999 von Manchester verarscht wurde und fast in Uganda gespielt hätte. Uganda und Klo fragte er sich,wo ist da der Unterschied? Beides erinnert mich an ein Häufchen Bayrischem Kot im fränkischen Fürth. Er ging ins Lesezimmer und suchte nach abgestandenen Paprika Chips. Immer wenn er schwere Literatur lesen wollte, brauchte er das. Kiloweise stopfte er Essen in den Eimer neben dem Lesesessel. Er war ein echter Lebensmittel-Messie mit Interesse an den Werken der Koch-Profis, die vor langer Zeit eine Fehde mit Familie Kahn hatten: Ritter-Essen in Augsburg waren damal der Auslöser. Ein Urahn Ollis, in völlig verdreckter Rüstung wurde damals aus Schwaben ausgewiesen und zwangsumgesiedelt Richtung Kläranlage. Dort traf er eine verhängnisvolle Entscheidung: Er schwor, beim Leben von Niklas Mehr-Schweinchen, dass er Udos Hand ins Feuer legen würde, um sicherzugehen dass er kein Roboter ist. Roboter haben nämlich nur kleine Gehirne, was bei Udo natürlich ganz anders ist. Deshalb waren Ollis Vorfahren also so sehr zerstritten. Langsam aber sicher dämmerte ihm, dass die Mehr-Schweinchen-Aufzucht damit im Zusammenhang stehen könnte. Also tötete er Udo oder doch nicht? Er lynchte die Meerschweinchen und versprach, wieder neue für eine Saison auszuleihen. Jaro wollte angriffslustige, doch
    (Dieter Hecking erzählte ihm mal, defensive seien deutlich wertvoller :schaem: :lol: )
    Alter.... :lol: 
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    die passten nicht ins Konzept. Deshalb kaufte er defensive :mwah:
    Mehr Schweinchen :schaem:
    und schlief ein. Jaro brachte ihnen Schwalben bei und übte mit Ihnen Standards.