Leseabschrift ab Seite 93/II (oder im ganzen 440!)

  • Das allerdings sollte nicht bedeuten, dass er auf sowas zurückblickte, sein Blick ging nach vorn. Seine stahlblauen Augen sahen die Türklinke - beherzt öffnete er. Diese Scheiße würde er nie mehr vergessen: Zwei Zeugen Jehovas baten darum, sofort nackt putzen zu dürfen.



    lol!

  • Chancentod schrieb:

    Das allerdings sollte nicht bedeuten, dass er auf sowas zurückblickte, sein Blick ging nach vorn. Seine stahlblauen Augen sahen die Türklinke - beherzt öffnete er. Diese Scheiße würde er nie mehr vergessen: Zwei Zeugen Jehovas baten darum, sofort nackt putzen zu dürfen.



    lol!


    Jepp, das ist ein highlight :woohooo:


  • An den Stellen musste ich laut lachen :D


    wie gesagt, diese 10 Seiten waren m.E. mal wieder richtig, richtig gut

  • So, hier sind Seite 210 bis 225 als Leseabschrift. Ich enthalte mich diesmal einer "Wertung", lest selbst und entscheidet.


    War ungemein schwer, diesmal Absatzmarken zu setzen. Hoffe, ich hab das irgendwie lesbar hinbekommen.
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    Hastig verschwand Marek, hatte er Angst? Sein Selbstvertrauen glich nicht dem von Olli, der bekanntermaßen nicht nur Eier hat, sondern diese sogar in Bechern. Oli erhob sich aus dem Fernseh-Sessel. Er pisste auf seine Fernbedienung. Im Kühlschrank hatte er frische dioxinbelastete Eier aus Massentierhaltung mit Butter gebraten und Salz und Pfeffer blank gefressen. Den Knoblauch ließ er weg. Er wollte nicht schon wieder wie Harry aus dem Maul stinken. Dafür fraß er nun kiloweise rohe Fischstäbchen mit Parmesan. Er war eben ein Feinschmecker. Auch beim Trinken überzeugte er mit Geschmack: Ein trockener Spätburgunder wurde aus dem Bidet gereicht. Der Diener verschwand ebenso leise, wie die Klospülung war. Sein Frack saß gut. Der Wein war angenehm reif und roch nach Buttersäure. Der Fisch hingegen war nicht mehr ganz frisch. Also stürzte er sich auf eine Krankenliege und forderte Pflege.


    Wo waren die 32 polnischen Nutten von Seite 195 ? Sie hatten die Erdbeeren mittlerweile geerntet und die Säcke mit dem Dung auf den Rücken nach Bamberg getragen. Also könnten sie eigentlich gleich nach Schweinfurt weiterlaufen und erstmal frei nehmen. Ollis Beschwerden wurden aber auch in Schweinfurt erhört. Ein Arzt, ein Priester und ein Gas-Wasser-Installateur wurden geholt. Der Priester wusste mehr als der Gas-Wasser-Installateur und schraubte das Niveau in die Höhe. "Lieber ein reiches, schlecht gelauntes Arschloch als einen armen sympathischen Tschechen pflegen." Ollis Ansprüche waren unermesslich, morgens und nachmittags verlangte er warmes Budweiser und Zimmerlautstärke. Vor allem Jaro hatte damit schwerste psychische Probleme, denn er litt unter einem ausgeprägten Mangel an Testosteron und musste daher dauernd tratschen. Dauerthemen waren Prosecco Marken und Kaffeesorten. Auch seine Häkelkünste stellte er oft zur Schau. Laut erläuterte er gerne: "Seht was mir meine Oma alles beigebracht hat, auch einen doppelten Kreuzstich mit Sechser-Schwalbe und dann fallen lassen!" Die Masche hielt bombenfest.


    "Klappt die Gehsteige hoch, ich gehe heim." War es Demenz oder Alzheimer, wenn er sowas sagte? Er musste jedenfalls an seinen Urgroßopa denken, der immer wieder predigte, dass Jaro nur mit kleinen Tieren Freundschaften haben würde. Sein Opposum mochte aber den Hasen nicht, deshalb zerbiss dieser sein neuestes Häckel-Werk: rosa Elefantenrüssel mit lila Umschnall-Kordeln stilvoll als Decken-Mobile arrangiert. Jaro hatte einen seidigen Blick, weil er an Kinder dachte. Kinderlieb war er seit Marcel Reif ihm eine Rassel schenkte, weil er bei Kindern gut ankam. Oft rasselte jetzt nur Olli neben ihm, aber alle Kinderaugen blieben auf ihn gerichtet. Hasserfüllt sahen sie auf ihn und erkannten all die Perversionen in seinem Hirn. Sein krankes Inneres dachte immerzu an Männer und an chlorgebleichte kleine Ponys. Er war unheilbar. In seinem Kopf machte die Stahlplatte alles noch wirrer, denn er wehrte sich nicht gegen den Verfall. Sein Therapeut aus Timbuktu hatte aufgegeben.


    Jaro dachte neurotisch nur an das kommende Gewitter. Vielleicht würde ihm dieses endlich von seinen dunklen Gedanken befreien. Exorzismus war out. Er hielt den Kopf in die Waschmaschine, weil er dachte, er hätte einen Zehner mitgewaschen. Stattdessen fand er lediglich einen Brief von Fandel. Darin war dessen Testament. Er vermachte seine Pfeife Jaro. Das Klavier wollte er mit sich beerdigen lassen. Die Tuba gehörte eh schon Jaro. Olli hatte sich getäuscht. Er wollte ja eigentlich den Friseur-Salon haben, die Urne aber auch. Die Urne? Mit Asche konnte Olli nix anfangen. Fandel war übrigens kerngesund: aber er wollte die Urne, wenn's Fandel mal erwischt, unbedingt aussaufen. Das aber ging Olli doch zu weit. Seine Zunge hing ihm zwar aus dem Rachen, aber Fandel hatte nur vorsorglich Kopfwehtabletten besorgt, auch wenn jeder wusste, dass dieses HandlungsausdemRuderlaufen durchaus vermeidbar und wenig lustig ist. "Pointen verfassen" war im Tschechien der 80ger noch nicht im Schulplan, dennoch las Jaro am Lagerfeuer mit den Pfadfindern heimlich mit den Händen unter der Decke und DDR-Stirnlampen stundenlang Grimms Märchenbücher.


    Jaro begriff schnell: So werden die Wald Jünglinge nachts Angst bekommen und ihn bitten, in ihrem Zelt zu verschiedenen Instrumenten Lieder der Zuversicht zu flüstern, damit Fuchs und Hase (die Spitznamen seine Jugendfreunde) in Ruhe schnarchen konnten. Auch heute noch, wenn er an Fuchs und Hase dachte, holte ihn das Beschützer-Syndrom ein. Dann wollte er sofort zurück in seine Kindheit, in den extra angefertigten Schaukelstuhl im Hause Jarolim. Er stellte sich im Zelt vor, mit Hase und Igel zu schaukeln und maximal sechs Worte zu sagen. "Lasst mich neu anfangen", sagte Jaro. Nach elf Minuten war der gute Vorsatz dahin und zum 96gsten Mal bekam er ne zweite Chance. Nur Stefan Effenberg hatte bislang häufiger Irrungen und Wirrungen auf seinem Weg erlebt.


    Doch Jarolim wusste genau, was er wollte: Nämlich seine Karriere als aktiver Rucksacktourist zu erneuern, um dann schnellstens weitere Hotspots der kenianischen Steppenlandschaft anzuzapfen, um das Konzept des perfekt unaufdeckbaren Terroraktes umzusetzen. Tschechische Terroristen sind die Speerspitze Jaros unmenschlichen Plans: Er will die ganze Welt unterjochen, um sie ein klein wenig besser eizutschechisieren und dann im Stile eines echten Losers kurz vor dem Ziel "Ällabätsch" zu rufen. In Kenia angekommen hielt er am Fuße des Kilimanjaro und urinierte an den Wegesrand. Eingeborene Milizen beobachteten diese Sauerei und blieben zunächst total verstört und stocksteif stehen, aber nur solange, bis Jaro dann auch noch mit einem Salafisten und einem Koran an der Hand den Geländewagen sprengte. Die Milizen begannen wie wild zu fragen was er bezwecke. Immerhin verstand er sie nicht und dachte, die Männer wären wie die Securitys im Volksparkstadion. Also ignorierte er sie. Der Salafist wurde tierisch sauer und sagte: "Muḥammadun rasūlu ’llāh". Jaro wusste, dass er nur einen Gott anbeten kann. Daher versuchte er bemüht, an Olli zu denken, was in dieser streng muslimischen Region unter Beachtung der Verkehrs Regularien immer gefährlicher wurde. Seine tiefe Zuneigung zu derartigen Emotionen verdeutlichte er mit Ausdruckstanz: Dabei robbte er wie ein schwangerer Hund, der sich im Kreis tanzend seinen eigenen Schwanz in den Boden zeichnete. In Kenia waren solche Vorführungen äußerst beliebt wegen verschiedener Gründe, die allesamt religiös bedingt waren.

  • Keniatische Jugendliche haben währenddessen ohne Schamgefühl versucht, Jaros Tanz zu imitieren. Aber ohne die Rechnung mit dem Artisten zu machen: Jahrelang hatte dieser versucht, den Klempner zum Tanzen zu überreden, jedoch blickte Jaro resigniert zu Boden und wusste, da war gar kein Klempner. Er machte sich auf, um den heiligen Gral von Indiana Jones zu klauen, aber warum? Weil er ein glühender Bewunderer altantiker Gegenstände war. In Kenia, da war er sicher, könnten sie Exponate finden, die jeder Archäologe als "Überaschungseier-Krimskrams" in den Papierkorb werfen würde. Am nächsten Morgen fand er sich voller Sand vom Buddeln und leicht verkatert am Ufer des Sabaki ob des schlechten Wetters wegen mit einem rotschwarzen Regenschirm wieder. Die Sonne über dem Urwald brannte wie Herpes. In der folgenden Nacht wurde es deutlich kühler, denn Jaro wollte alleine im Zelt schlafen. Die Rechnung hat er aber nicht mit Marco Engelhardt gemacht: Im weißen Seidennachthemd betrat er Jaros Zelt und legte sich schweigend neben den völlig perplexen Jaro. Mondlicht, welches bald der aufgehenden Sonne weichen musste. "Schnell! Wir schaffen es dann noch rechtzeitig loszukommen." Jaros Hand glitt unter den kurzen Rock von Engelhardts Nachleibchen. "Seit wann bist Du unten herum so kahl rasiert?" Jaro wusste nicht, dass kürzlich der Rapha bei Engel zu Gast war, um dort einen Vortrag über Tätowierungen im Intimbereich zu geben. Plötzlich und völlig aus der Luft gegriffen erschien eine Fata Morgana: Sie zeigte den kenianischen Familienminister bei der Fortpflanzung mit seiner Frau. Engelhardt durchschaute die Situation. Jaro hingegen reagierte recht langsam, da er in der vergangenen Nacht ein für ihn recht furchtbares Werk über die deutsche Interpunktion gelesen hatte. Nachdem er die Akkumulation der Sonnenstrahlen antizipert hatte, ließ er sich eben diese authentifizieren. Aufgrund seiner muslimisch-fundamentalistischen Grundeinstellung ließ er Merkel, die Narzistin, in Deutschland und setze sich in den Jeep.


    Er fuhr in den tiefen Dschungel, Engel ließ die Haare im Wind flattern. Am Straßenrand erschien ihnen plötzlich Einiges kaputt zu sein. Auch die Trasse erschien ihnen etwas perfide. Jaro hatte etwas Zement dabei. Er war von seinem Traum ein Straßenbaumeister zu sein überzeugt. Zwei Tage später stand auch schon der Plan: Der Dschungelpfad sollte sechsspurig von Olenguruone nach Mombasa führen. Doch auf der Höhe von Nairobi machte ein Felsmassiv Schwierigkeiten. Mit vereinter Kraft (Engel legte Hand an) entwarfen sie Skizzen für eine Hängebrücke, welche über die tiefe Schlucht von Kenia führte. In Jaros Dschungellager fiel ihnen plötzlich etwas auf: Aus Jaros Spezi-Kasten fehlten 3 Flaschen - "So eine Scheiße. Hat irgendjemand das Geheimrezept für die Fingerabdruckpaste?" Jaro wollte den Diebstahl schon bei der Kenianischen Sicherheitsbehörde melden, als ihn ein Telegramm vom Häuptling der Apachen erreichte. Er war bereits über die Vorfälle im Bilde und wollte Old Shatterhand schicken. Niemand ahnte damals, dass auch Bully Herbig mit involviert war in dieser seltsamen Geschichte. Jaro suchte vergeblich nach einer Reisetube. Er wollte unbedingt mal wieder "The wanderers" sehen, jedoch war da das Risiko zu groß, auf den Einfall einer Lachorgie zu kommen. So etwas kannte man im keniatischen Hinterland nicht.


    Jaro entwickelte homophobe Charakterzüge:
    So wollte er zum Beispiel ständig Engels sanftes Haar berühren oder aber seine Zunge in scharfen Tabasco stecken anstatt wie sonst immer in einen Ameisenhügel. Der Ameisenbär hier in Kenia war eh ein fieses Stück: 3 Meter lang und 120 Kilos schwer und wenn er einen erstmal erwischt hatte geschah Folgendes: Er bewarf den Erwischten mit Rinde und erbrach sich auf dessen Safari-Hose. Anschließend rollte er den Käse des Opfers in seinen Bau. Jaro war verschlagen wie die meisten Tschechen: Er ließ sich absichtlich erwischen. Aber wobei? In der Nähe des Ameisenhaufens buddelte er ein kleines Loch für den Apachen, der urplötzlich sein Kriegsbeil ausbuddelte und schrie: "Ach leckt mich doch!" Jarolim erschrak ob dieser Ausdrucksweise und sattelte auf seinen Schreck noch einen Stolperer in sein kenianisches Abenteuer, wobei er sich die Stirn aufschlug. Die 1geborenen sahen das sehr gerne, denn Jaro war ein lustiger Tollpatsch. Er trat nach allem was sich anbot. Aus Versehen erwischte er einen Farbeimer und schleuderte ihn gegen Engel und dessen weißes Seiden-Nachthemd. Das musste er schließlich wechseln, sein drittes Eratznachthemd hatte er neben der Wasserstelle vergessen. Kein Problem - Engel hatte immer mindestens 2 rosane Achselshirts im Wanderrucksack. Auch Notnachthemden waren vorhanden, ebenso Nähzeugs und Skalpelle. Er wusste, wo der Bartel den Most holt.


    Geisterhafte Stimmung, windige Ebenen und schiefe Täler. Die kenianische Landschaft beeindruckte Jaro und Co. sehr. "Immerhin kein Club-Urlaub wie immer mit Olli." So sah man manchmal ein Zebra oder oder einen Schmetterling, frohlockte Jaro. Am Abend sah man auch keniatistische Glühwürmchen und Kannibalen. Jaro peilte mal wieder den großen Kochtopf an und wollte gerade die schlechte Emaillierung kritisieren, als der kenianische Autobahnminister sagte: "Egal ob Topf oder Straße, uns passt nicht Deine Nase." Jarolim wusste dass er es nicht besser hätte ausdrücken können, um aus dieser Sinnlosigkeit klare Worte zu formulieren. Er fasste einen Entschluss: Ab jetzt wollte er ihn nicht umsetzen. Daher rief er Olli aufm Handy, um ihm mitzuteilen, wie wenig Blütenstaub an doch auf so einem Schmetterling abfällt. Auch die Wassertemperatur des Turkuna-Sees wollte er ihm mitteilen: 26°Celsius. Olli machte nicht den Anschein, als ob ihm das warm genug wäre. "Ich bleib lieber in meiner Badewanne, da hab ich den Fandel und 37°C." und legte auf.


    Zurück in den heißen Sanddünen überkamen Jaro tiefe Gefühle wahrer Wandertouren. "So viel gelaufen - wie heute ... so fit war ich noch nie." Jaro jauchzte und überdachte seine Karriere. Sein Fazit war vernichtend, denn eigentlich wäre er der beste Urwald-Führer jenseits von Somalia geworden. "All die Jahre beim HSV führten ihn in die entferntesten Dunkelkammern des Universums" murmelte er, brach alle Zelte ab und verließ Namibia, ohne auch eine Postkarte auszumalen oder zu bekleben. Ein neues Leben begann!


    Er kam in eine ziemliche Bredoullie: Olli war sauer, dieses unstete Leben wollte er nicht begleiten. Folglich wurde er Grieche "Calimera Harry" trank nicht nur unglaublich viel, sondern begleitete Olli auch zu Galas. Neulich saßen sie betrunken zusammen und weinten. Engel und Jaro waren mittlerweile intim geworden und bliesen gemeinsam den Staub aus dem Tropenzelt. Jaro schrie plötzlich "lauf Engel lauf" An der nächsten Kurve stand der Olli Kahn höchstpersönlich - mit seinem neune Imbiss-Wagen. Er verkaufte Eier und die passenden Hühner. Frisch gebraten, 3 Euro 95 das Halbe. Dazu bot er Kartoffelsalat aus dem heimischen Baden-Land an. Ein Schuss Knoblauchsoße wurde vermischt mit einer Prise Schwarzpulver und zwei Artischocken.

  • In allererster Linie: Vielen Dank Missy.


    Zur Beurteilung des Ganzen behalte ich mir mal vor, keinen Kommentar zu geben.


    Aber jetzt, wo Bettina und Christian Wulff die Bühne betreten haben, kann`s ja nur an alte glorreiche Zeiten anknüpfen.


    :|

  • Voila, Seiten 225 bis 243


    Meiner Meinung braucht Jaro inzwischen keinen Kardiologen, sondern einen Urologen :schaem:


    Und leider gibt es auch keine schönen Reisen mehr, sondern nur noch wilde Wechsel innerhalb verschiedener Orte :?


    Wenn wir die Abschrift bei Seite 93 angefangen haben und jetzt bei 243 sind, dann haben wir wohl weitere 150 Seiten geschafft, gesamt somit 590, oder?


    So, nun aber zum lesen:
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    Was gegessen wurde von dem Lebensmittelkontrolleur, den ihm Fandel zuvor hergeschickt hatte. Engel bestellte Menü 3 und zahlte 2 € zu wenig, was Oliver jedoch mit einem Augenzwinkern quitierte. "Du bekommst Rabatt, weil heute mein letzter Tag hier ist." Engelhardt bestellte das Menü gleich 3mal, stellte aber fest, dass sein Magen zu klein war. Deshalb kam die Hälfte des Essens sofort wieder durch den Mund hinaus und traf den Imbissmann im Gesicht. Er wollte gerade auf ihn losgehen, da kam die nächste Bestellung und zwar von Christian Wulff, der von Bettina Wulff geschickt wurde, um ein wenig zu betteln. Auf das Betteln reagierte Olli, indem er seinen Geldbeutel öffnete und dem armen Kerl 20 ct gab, wovon dieser die Hälfte seiner Frau gab. Wulff fragte aber, ob er für einen Ex-Bundespräsidenten nicht mehr übrig habe, denn sein vollkommen verdienter Ehrensold wurde auf Grund der Sparmaßnahmen der Regierung an den Olli überwiesen. Deshalb wurde er so wütend auf Oliver, dass er ihm drohte, ihm seine Torwarthandschuhe in die Friteuse zu werfen und die Bettina gleich hinterher. Oli schnappte sich eine Axt und zielte auf Wulffs Schädel, er hasste ihn einfach. Er wollte gerade werfen, als er Durchfall bekam und in die Hose machte und von Wulff lauthals verspottet wurde "Du alte, dumme und lachhafte Transe, Du Kackvogel." Wulff konnte sich vor Lachen nicht mehr einkriegen. Er hüpfte dabei sogar so stark, dass Olli sich fragte, was Fandel und Loddar denn dazu sagen würden. Er wollte jetzt aber das Braune Pack, das in der Schlange stand, unbedingt loswerden, um die Geschichte, die Jaro ihm einst prophezeite, heute zu erzählen. Es geht nämlich um das Ereignis, bei dem er mittendrin statt nur dabei war. Sein Outing. Die rechten Säcke würden, wenn sie dürften, den Olli dann verhaun. Geschickt versteckte er sich hinter dem Imbisswagen. Wulff verriet ihn aber, sodass er wieder zur Axt griff. Die Nazis stürmten los und Fandel pfiff an. Sie wollten schnell das entscheidende Tor machen, jedoch wartete Jaro mittlerweile schon zwei Stunden und das Spiel war längst im Elfmeterschießen. Dennoch verließ er das Stadion. Am ersten Elfmeterschuss war Robben gescheitert. Das hörte Jaro vom Publikum. Der starke Schäfer hatte keinen Zwang einzugreifen. Der Ball erreichte nicht mal den Fünfmeterraum. "Trottel" murmelte Jaro und zündete sich erst einmal eine Zigarette an. "Die Kippe danach?" fragte Engel. Er wollte schon wieder zum nächsten Elfmeter antreten, da bemerkte er plötzlich, dass Olli Kahn sein "Comeback" antrat. Er stellte sich an wie ein Stück Torwartscheiße. Engel trat also zum Elfmeter, hob sein weißes Nachthemd an holte weit aus mit seinem Fuß und schoß gar nicht mal schlecht. Jaro war völlig außer sich: Der Ball bewegte sich genau in seine Richtung! Jaro erhob sich aus dem Mittelkreis und trat Volley Vollspann in die Luft. Die Fans zogen begeistert die 10,0. Es war nur eine Frage der Zeit bis sie einen Jaro-Fanclub aus der Taufe hoben: "Erster Schwalbenclub e.V. oder TSV Wehklag wäre schön". Die Stadionlautsprecheranlage funktionierte nicht mehr richtig, deswegen musste Jaro lauter sprechen. Die Menge ignorierte ihn aber weiterhin. Jaro wollte einheizen. Mit markigen Worten brüllte er ins Mikro: "HeyHeyHey!" Dazu trommelte er wie kongolesische Buschtrommler beim Zelebrieren des Fruchtbarkeitstanzes beim heimischen Gnu. "Und jetzt gibt`s zwei, drei Minuten Verschnaufspause! Holt euch doch der Teufel!"


    Jaro joggte hinter Olli her, der am Fahrrad Prospekte hängen hatte. Er wollte dringend einen neuen Fotorahmen für seine ganzen Hochzeitsfotos. Die alten (von der ersten) wollte er umgehend auf ebay verticken. Sein Username war kleiner Udo. Sein Passwort: Terminator. Er loggte sich stündlich ein, weil er dachte, dass der ein oder andere Bieter sich selbst überbieten würde. Aber die Bieter zeigten keinerlei Interesse. Jaro ging aufs
    *Textfreier Einschub:*
    http://www.kicker.de/news/fussball/bund ... rolim.html
    *Zuuuuuu witzig die Visage :lol: - das passt so perfekt: der Schussel vom anderen Ufer*
    :lol:

    Ganze und bot alle Fotos (mit Glanz)an. "Sie bieten hier auf 6500 romantische analfixierte Bilder von meines Hundes Hochzeit." Zusätzlich bellt er auch. Das war aber übertrieben. Die allermeiste Zeit ging dafür drauf, das Hundefutter zu fressen. Jaro kaufte ausschlielich das ganz billige aus der Ukraine. 5 Euro für den Zentner - das war ein Spitzenangebot und dazu gab es Wolfszitzenchips. Da langte er gerne zu. Manchmal erbrach er sich auch ein bischen, aber meistens wollte er einen Nachschlag. Dieser Tage war er besonders hungrig. Jaro musterte seinen Geldbeutel und seufzte schluchzend: "Ich muss zur Sparkasse." Sein weiss-grüner Sachbearbeiter sachte: "Glückwunsch Herr Jarolim! Mit diesen 49 Cent werden Sie eine Überweisung finanzieren können."


    Leider war heute Sonntag und gestern Samstag. Deshalb würde es morgen wahrscheinlich Montag sein. Danach dann war sein letzter Urlaubstag. "Dann muss ich wieder mit den Schwalben reisen, nach Thailand und die ganzen Freier umdribbeln, um schneller zu den Nutten zu kommen, um sie zu unterrichten in der deutschen Sprache. Die Nutten tun mir leid. Jaro ging zu Bett. Auch die Nutten waren müde. Der kommende Montag begann gemischt: Zwar regnete es heftig, aber es war auch nicht so schlimm. Die schillernden Pfützen vom Altöl seines Wagens blitzen in jeder Witterung. Er putzte die Amaturen - immerhin waren Ollis Bananenschalen endlich weg. Das Lenkrad war sehr abgegriffen. Er beschloss, ein Neues zu klauen. In Polen hatte er einst Kurse besucht. Heute klaute er alles was nicht niet- und lackfrei war. Ein solider tschechischer Stricher war nicht besonders teuer. Er kostete für Blondschopfe mit schütterem Haar oft gar nix. Genau deshalb vermutete Jaro eine Finte. Er fragte hinterfotzig: "Ey Stricher geht was du S..?" Gespannt wartete er auf die Antwort. "Alda chill dei Base" sagte der Prostituierte. Jarolim war übermannt: Wild fing er an zu begreifen. Jahrelang hatte er geglaubt, die Erde sei eine Scheibe. Nun jedoch erinnerte er sich an all seine Reisen:

  • Meistens ging es in Krisengebiete, z.B. verteilte er Bibeln in Nigeria, oder den Koran an örtlichen Toilettenhäuschen. Dieses Pamphlet war perfekt. Oft schüttelten ihm Passanten einen. Manchmal geschah es auch, dass er vor Glück über seine Missionsbemühungen weinte. Dann telefonierte er mit Christian Wulff und :D überbot sich in verbalen Scheinheiligkeiten: "Reiben, Beißen, Pusten - das ist das, was alle machen. Doch Anstand und Ehrlichkeit zählen noch in Somalia. Deshalb bin ich hier." Wulff antwortete pathetisch "Du darfst Bettina verkaufen, dafür kriegst Du bestimmt zwei Sack Datteln." "Deal! Wie kommen die Säcke zu mir?" "Nun ja, ich könnte Dir anbieten, sie per Schiff zu schicken." Gesagt, getan. Leider sank das Schiff bei Kopenhagen und Jaro erkundigte sich bei einer Bergungsfirma was eine Sprengung kosten würde. Zu teuer! Also tauchte er hinab und suchte die Datteln. Er fand jedoch nicht viel. Ein alter Tintenfisch zeigte auf eine verwanzte Truhe. Jarolim bedankte sich und versuchte, den Tintenfisch zu essen. Die Truhe aber interessierte ihn doch mehr: Er versuchte sie aufzubeißen. Dabei geschah es, dass er den Halt am Meeresboden verlor und in den Rachen eines großen Walfisches stolperte. Er versuchte noch, seinen Schwimmflügel zu retten doch dieser war bereits in des Walfischs Schlund. Dunkel erinnerte er sich an die Worte seines Großonkels: "Du wirst nie ein echter Fischer, weil Du schwul bist." Jaro wusste nun, dass sein Leben ab jetzt anders weitergehen würde. Im Walfisch dachte er an frischen Lebertran. Er musste dringend neuen kaufen. Wenn er wieder daheim war würde er sofort zuschlagen. Er verließ den Wal, tauchte auf und schwomm in Richtung Hafen. "Zur Hölle mit den Datteln, ich will mir sofort Lebertran injizieren!" Am anderen Ufer stieg er aus.


    Der weiße Sand steckte in seinem Taucheranzug. "Hätte ich nur mal geduscht" nuschelte er und rutsche auf einem Stückseetang ein paar Meter weiter. Der Leuchtturm schien hell und Jaro rutschte vorbei bis zum ersten Felsen. Er knallte mit einer Champagnerflasche. Ihm war gerade zum Feiern zumute. Dazu gab es allerdings keinen Grund. Er rutschte mittlerweile immer tiefer in die Docks des Hafengeländes. Finstere Gassen und finstere Gestalten überall. Doch Jaro glitt recht gelassen durch die lasterhaften Gassen. Er suchte - wie solte es anders sein - einen knabenhaften Jüngling mit breitem Becken und und schmalen Schultern. Ganz Kopenhagen wusste: Billig ist der nicht, denn solche Prachtkörper waren stark nachgefragt. Der Jüngling ging auf die Knie und beugte den Kopf nach Mekka. Sein Bombengürtel unter dem Umhang tickte. "Der schaut echt bombig aus" konstatierte der Kopenhagener Bombenentschärfer. Er bereinigte die Situation, indem er zwei Zünder aneinander rieb. Dann geschah es: Das kleinere Sprengpäckchen dehnte sich nicht. "Wir haben ein Problem" sprach Apollo der 11 Bombenentschärfer-Teamleiter. "Wir müssen sofort das Wasser aufdrehen und Herrn Jarolims Sack kühlen, wegen der Eileiterschwangerschaft könnte die Bombe platzen."


    Zum Glück kommt in allerletzter Sekunde der Weißbier-Waldi: "Es gibt nichts zu saufen, so eine Scheiße." Waldi schüttelte seine Einkäufe auf den Tisch. Jede sah, was in der Tüte war, nämlich: Seine Boulder-Schuhe und ein Sack Magnesium. Dazu noch Viagra. Das brauchte er um beim Klettern auch sicher zu stehen. Er kletterte gerne auf Treppengeländern und Spielgerüsten. Seine übergewichtige Weizenbierstatur erlaubte ihm aber nur Rookie-Moves: Mit beiden Beinen und seinen beiden Händen versuchte er maximal konzentriert auf den Bierkasten zu springen um von dort Absteigen zu üben. Ungeschickt rieb er sich das Geschlechtsteil. "Meine Eier! Das muss ein Anfall von Nüchternheit sein. Sofort meine Apotheke her!" Jaro eilte herbei mit einem Katheder und flüssigem Zement. Mal wieder hatte er das Skalpell dabei um den Katheder in 4 gleich lange Stücke zu schneiden. Fair legte er eine Drainage. Damit wollte er die Hälfte der angestauten Blutgerinsel kanalisieren. Danach würde er auf einer Fachtagung erklären, was er alles falsch gemacht hatte. Die Leiche des Tintenfischs war weg, Waldemar ging es besser. Ein angesehener Kardiologe erkannte seine harte, schwere Fettleber und sagte: "Naja, solange Sie in ihrer Haut glücklich sind ist es mir egal. Aber sagen Sie nachher nicht, ich hätte Sie net gewarnt, Sie Pfeife!"


    Tatsächlich machte sich Waldemar große Hoffnungen auf eine Pizza. All die hochprozentigen Kurzen hatten ihn ausgelaugt und hungrig gemacht. "Mit einer herzhaften Grundlage wird`s einfacher ein paar Hefe zu verdauen." Leider aber hatte der Pizzafahrer einen zuviel hinuntergekippt, sodass er versehentlich zu Lothar Matthäus fuhr. Die vegetarische Pizza, die Waldi bestellt hat schmeckte Loddar, der an diesem Abend Jaros Liebhaber war, überhaupt nicht. Jaro versuchte zwar noch nachzuwürzen, aber er erwischte zuviel *lol* Süßstoff. Jedes Kind weiß, dass Süßstoff auf der Pizza echt genauso sehr Verdauungsprobleme bereitet wie Weißbiergrütze mit Haferschleim. Waldi wusste mittlerweile von der Fehlzustellung. Er zückte sein Darth-Vader-Lichtschwert und schrie: "Warum sind alle Menschen zweibeinig? Warum haben sie nicht drei oder wenigstens ein Navi?" Sein Zorn galt insbesondere der Elektronikindustrie, weil sie Pizzalieferdiensten keinen Rabatt auf das Suchen verschwundener Pizzas gab.


    Jarolim wusste, dass nur er Kontakte zum KGB hatte und das nötige Grundverständnis besaß, um Navis selber zu bauen. Also besorgte er Lötzinn, zwei Steckplatinen, 15 Kilo Sprengstoff und einen kleinen 9-Volt-Block. Ein Streifenwagen, der zufällig vorbei kam, hielt an. Der Schutzmann meinte, es fehle noch an Stahlnägeln, Kabelbindern, Kondomen und Snacks für kleine Pausen. Jaro wiegelte ab: "Wir kriegen gleich ne gute Pizza! Aber erst, nachdem das Navi fertig ist." Er smste seinem Oli, dass nun Arbeit statt Oralverkehr angesagt ist. Oli`s Antwort kam per MMS: "Leider hab ich Herpes, kann also nicht zum Dienst kommen."

  • Jarolim machte sich sofort auf den Weg nach Nepal. Nur hier war die Stille einigermaßen erträglich bis auf das Blöken der Einheimischen. Bei seinem letzten Besuch :D schrien sie noch. Heutzutage schaffte er meist nicht mal die Anreise. Die war anstrengend: Er flog über einen Ast, rutsche die Böschung hinab, knallte gegen eine Palme und weinte: "Ach verdammt." Ein Ast fiel ihm auf das Gesicht und er war unglücklich : "Lieber Gott, ich schwöre - wenn Du mich rettest: Ich werde nie mehr wichsen, außer wenn ich zum Glubb gehe und den Chancentod treffe, dann muss ich einfach! Er ist so schön!" Allmächd..... :schaem:
    Oli war schockiert. *Nimmst Du das ernst??*
    "Aber nein." sagte er, "Ich musste nur lachen"


    Jaros Gebete wurden erhört. Der Gerettete rannte dankbar in die Kirche um der Gemeinde seinen Lebenswandel zu verkünden. Er wollte nämlich nie mehr an sich selbst Hand anlegen. "Ja freilich!" sagte der Abt. "Du darfst auch nicht vergessen, nachts das Licht auszuschalten und die Tür offen zu lassen." Jarolim vermutete, dass der Abt nachts selber nachsehen wollte, ob er er schon schlief. Hoffentlich nur das! Denn Äbte können auch die Nachtbeichte abnehmen. So geschah es oftmals in Rom, dass sogar der Papst nachts mit ins Zimmer schlich. Dann schoben sie einen flotten Ste-Tanz in die Anlage und weckten Jaro. Er wollte aber lieber schlafen, deshalb schaltete er ab und bat die Schweizer Garde um Personenschutz, denn er hatte Angst vor sexuellen Übergriffen. Mit dem ersten Gardisten allerdings
    kam er nicht klar, denn er selbst wollte flüchten und erhoffte sich spritzige Nächte in fröhlichen Hafenbars. Natürlich auch leichte Mädchen und Glücksspiel. Eine schwere Eichentür knarrte und dahinter stand Jaros geheimster Traum: Ein dunkler 1,90 Meter langer Alligator mit großen weißen Rückenflecken sowie ein Wandschrank aus Eiche. Intensive Gefühle nie endender Zuneigung durchströmten ihn. Er musste kacken. Flotten Schrittes ging er zu einem verschmutzen Dixieklo und übersah in seiner Hast, dass der Boden urinverschmiert war. Er knallte mit der Faust gegen die Tür. So war das. Als er fertig war, merkte er dass die Faust nicht mehr aus der Tür kam und erkannte seine chronische Blasenschwäche die ihm schon öfters so manche Stunden am WC bescherte. Also ließ er seine Faust in der Tür stecken und nahm die andere Hand um maximal sechs Worte aufs Toilettenpapier zu kritzeln. Er schrieb: "Hier ist der Schuh des Manitu." Gleich darauf strich er diesen Quatsch durch. Er fasste den Entschluss, künftig genauer nachzudenken um dann die Toilette zu verlassen. Sein Leben war verschissen.


    Er wollte folgendes ändern: Sein Haus sollte noch ein bisschen mülliger werden. Also kaufte er jede Menge Chips, Haferflocken und sackweise Sägespähne. Auch gelbe Säcke und Katzenfutter durften nicht fehlen. Kreativ verstreute er diese Dinge quer in der Wohnung um so sein Ziel zu verwirklichen. Er summte dabei "Leise leise pickt die Meise in meinem Kopf" und "New York city boys". Danach kotze er. Sein Musikgeschmack war noch schwuler als der von Dieter Hecking Bohlen. Nun jedoch übertrieb er es. Mit lauter werdender Musik steigerte sich seine Extase. Er nahm einen Taschenrechner und leckte ihn ab, er war hungrig. Aber Oli, der gerade von der Schicht heimkam duldete das nicht. Seine Wut galt der defekten Spühlmaschine.

  • Seiten 243 bis 260


    Wochenlang hatte er dran rumgeschraubt und nun war kein Platz mehr für die Trommel. Daher flüsterte Jaro seinem Schatz ins Ohr, er solle schleunigst einen Lehrgang für effiziente Haushaltsreinigung besuchen. Sicherheitshalber meldete er ihn gleich an. Olis Stimmung verbesserte sich. Sein Wissensdrang war enorm denn er wusste, dass Weiterbildung der Schlüssel zur absoluten Weisheit war. Dicke Schmöker las er nun, ohne sich konzentrieren zu können, weil er dafür keine Eier fressen wollte. Lieber soff er literweise Pfefferminztee. Er glaubte, dass ihn das reinigen würde, aber leider verschüttete er zuviel über seine Genitalien. Diese wurden heiss und kalt. Nichts und niemand konnte ihn jedoch daran hindern, darüber zu jammern. "Mensch, schau Dir mal den Fandel an. Der hat's noch schlimmer im Leben" tröstete Jaro. Fandel hatte nämlich einen Hang zu langanhaltenden und sehr sehr tiefen Hang zu psychologischen Gesprächen über die Diskriminierung homosexueller Fussballprofis. Sein besonderes Interesse galt dabei Phillip Lahm. Oli beruhigte sich. Jaros Vergleich tat ihm weh, weil er sich selbst gerne als bemitleidenswert darstellte. So weinte er gerne, wenn es eigentlich keinen Grund zur Traurigkeit gab. Manchmal reichte es wenns regnete, manchmal übermannten seine Emotionen ein offener Schnürsenkel. So ein lasches hängendes Etwas war nicht nur am Schuh sondern auch beim Essen tränenerregend. Wenn Jaro Spagettiweitwurf machte war alles zu spät. Olis Weiterbildungsbestrebungen scheiterten aber letzlich auch an Jaro, denn der wollte lieber DVD-Abende machen. Er schlug vor, einen Großbildfernseher von Metz zu kaufen. Auch eine Surround-Anlage sollte her, ebenso ein neues Fernsehsofa. Jaro staunte nicht schlecht, als er es sah. Es hatte nämlich 5000 Euro gekostet. "Woher hast Du die ganze Kohle man" fragte er. Dabei wusste er längst, dass er sich ständig am Hauptbahnhof rumtrieb und dort vor den Toiletten saß. Das Trinkgeld dort jedoch reichte nicht um so eine Couch zu finanzieren. "Raus mit der Wahrheit Du Luder" brüllte Jaro. "Du verkaufst doch dort Großmutters Original Eierlikörtorten Rezept." Beschämt antwortete Oli: "Auch unser Bienenstock ist weg, ich hab ihn an einen Kleintierzüchterverein verscherbelt, weil ich Dir diese 1A-Couch in rosa schenken wollte." Daraufhin tat Jaro so, als glaubte er
    diese Scheiße wirklich. Sein Verstand ging vor die Hunde.


    Eifersucht zernagte seine Augen und den Darm, ausserdem zitterte er wie Espenlaub. Schweißperlen liefen in Strömen über sein Gesicht. Klarer Fall: Er war wieder aufgeregt. Daher sprang er sofort unter die Dusche, wobei er ausrutschte und auf den Boden knallte. Dabei erlitt er eine klaffende Platzwunde am linken kleinen Zeh und es eiterte fürchterlich. "Abschneiden wäre das Beste!" dachte er und setzte sich auf den Boden. Wieder rutschte er aus und knallte frontal mit dem Gesicht gegen den Frottée-Teppich. Schlimm war's nicht, aber er weinte trotzdem ein bißchen. Da fielen ihm die vielen anderen Stürze ein. die er schon hatte z.B. in der Badewanne. Oli kaufte ihm damals rutschsichere Schuhe und eine Taucherbrille und einen Badewannenlift.


    Bei einem Stromausfall konnte er so das Aggregat nicht mehr bedienen und musste den Strom manuell erzeugen. Hierzu schlug er zwei Steine gegen seine verkabelten Hoden und schüttelte dann mit hohem Tempo seinen linken Schläfenlappen - kleine Blitze zuckten und knisternd entluden sie sich. Er hatte eine Eingebung: Ein Vertrag mit der N-Ergie kam nicht zustande, da seine Energieleistung einfach zu schwul war. Der Badewannenlift bewegte sich: Er raste Richtung Decke, weil Jaros Energieausstoß wirklich sehr sehr heftig war. Der Sicherheitsgurt riss und er schoss wie ein Dummy gegen die Decke. Sein Kopf fantasierte dabei darüber nach, wie er die Hirnblutung stoppen könnte. Abstruse Vier-Jahrespläne stellte er auf: Bandagen mussten her, auch Skalpelle und junge Krankenpfleger. Doch da krachte der Badewannenlift nochmal mit voller Wucht gegen die Decke. Diese brach und fiel mit ihm auf den Frottéteppich. Dabei hatte er den erst von den kalten Bauern gesäubert. Am Vorabend nämlich waren diese von Fandel verspritzt worden, weil er schon seit geschlagenen 3 Stunden an sich herumspielte, aber letztendlich einschlief. Im Tiefschlaf träumte er von heissen Herdplatten. Jedenfalls wurde Jaro langssam klar, dass sein Leben seltsam verlief. Nicht zum ersten mal dachte er daran, sich kastrieren zu lassen.

  • Auch seine Profikarriere fand er rückblickend ziemlich bescheiden. In Nürnberg hatte er sich nicht wohl gefühlt: Dort musste er immer Bratwürste essen und die Jungs dort interessierten sich nur für Slowaken. Am Strassenstrich suchte er damals händeringend nach einem Aushilfsjob. Er war bereit, alles zu tun, auch ohne Bezahlung. Das erste Angebot bekam er aus der Nürnberger Politik-Prominenz. Drei Männer aus dem Stadtrat wollten ihn für die zdf-Reportage 37° gewinnen. Thema waren Schwalben und ihr Paarungsverhalten. "Wenn es um drogenabhängige Stricher ginge, die alles konsumieren was geht, dann wäre ich euer Mann." Der Regisseur zweifelte. Wie ein Junkie sah er nicht aus. Dennoch wurde das Thema geändert und auf Homophobie geprüft. Der Regisseur stellte schnell fest, dass dieser Themenbereich nicht seine Stärke war, deshalb bot er ihm eine Statistenrolle an. Jaro sollte das Stativ halten und dann ins Bild laufen, um zu grinsen. Das sollte klappen. Dazu durfte er noch winken. "Ein perfekter Tag!" dachte er und schrieb eine sms an die Telefonseelsorge. Er wollte mitteilen, dass sie ihn von der Liste der suizidgefährdeten Innenverteidiger streichen können. "152 Zeichen nur? das reicht ja nie". Also teilte er den Text auf. Zuerst reihte er Buchstaben an Buchstaben, dann prüfte er sorgfältig, ob sie zusammenpassten. Deutsch war nicht dabei - damals konnte er 9 verschiedene Sprachen, unter anderem englisch: "This is the best time to make a movie".


    Er beschloss, den Kameramann zu lynchen und den Leichnam zu zerstückeln und dann sein Tun in einem Buch aufzuarbeiten. Allerdings dachte er als Ghostwriter an zu viele in Frage kommende Personen. Daher fing er lieber selber an. Er rannte auf den Kameramann zu, stieß einen keniatischen Gnu-Brunftruf aus und vergaß dabei völlig, dass in Nürnberg Gnus im Zoo leben. Er schrie nochmal: "Oh nein!" und wurde nun endgültig aggresiv. Er spannte seine Waden und sah dicke Krmapfadern. Sein ganzer Unterschenkel war Orangenhaut. Traurig fasste er in seine Handtasche und zündete sich eine R1Minima an. Mit Hingabe bließ er den Rauch in Richtung Mekka und schaute dann schweigend in die falsche Richtung. Seine Gedanken schweiften davon.


    Er sehnte sich wieder nach Dreck, Müll und Unrat. Und nach Himbeereis. Und zwar mit Senf. Sein Geschmacksempfinden war gestört. Kurzerhand ging er damals also in eine Eisdiele und fragte: "Haben Sie Himbeereis?" Bevor der Verkäufer ihm die Waffel in die Hand gab, sah Jaro erstmals Vanilleeis. Er übergab sich über die Theke und die Person hinter ihm gleich mit. Der Verkäufer musste einsehen, dass seine Produkte zum Erbrechen anregten. Daher entschuldigte er sich. Jarolim meinte, es hätte eine reinigende Wirkung, daher kaufte er gleich noch eins, diesmal bemerkte er allerdings den stark grünlichen Belag am Eisschöpfer. Kein Wunder bei den vielen Kakerlaken in der Jacke des Verkäufers. Damals bei seiner ersten Entlausung hatte er halt den gscheidd aufgepasst. Der blonde Tscheche wunderte sich und sagte: "Mensch pass halt auf. So wird des fei nix" Also passierte es, dass dem Eismann die Hutschnur am Reißverschluss der Hose hängen blieb und seine Samthose zweimal vollschiss, da sich die Knoten der Gehirnwindungen zu neuen Abgründen herabließen. Aus diesen Abgründen heraus ergab es sich, dass Jaro die anderen Kunden aufrief, hier nichts zu essen.


    Der Bofrost-Mann, der eigentliche eine Frau war nach der Geschlechtsumwandlung, holte einen bläulichen Schnelltest. "Moment, ich prüfe erstmal welches Geschlechtsteil ich eigentlich habe." Er strich eine zähe Creme über seinen gesamten Unterleib, Hartwachs auch und Gleitmittel. Jaro fragte sich, was das bringen sollte, denn schließlich hatte er bereits zweimal gesagt, daß er kein Gleitmittel, mag weil das immer so glitschig ist und man damit immer ausrutscht, wenn man schnell sein will. Jaro liebte aber meist, seinen Eigenurin zu trinken, weil ein Hauch von Unreinheit als Zeichen seiner auschweifenden Eskapaden sein Antlitz trübte. Derart betrübt begann er zu grübeln. War der eine kräftige Schluck Urin zuviel? Oder was würde Oli sagen? Könnte es sein, daß ihn sein Mundgeruch abschreckte? Er wusste, dass Oli vor allem beim Kuscheln angenehmen Geruch aus seinen Achseln verströmte. Diese Annehmlichkeit wurde jedoch stets überdeckt vom Gestank, welcher durch die defekte Klimaanlage verbreitet wurde. Auch die Lüftungsanlage war meistens in der Bar ums Eck. Keine zehn Schritte entfernt. Also begab es sich, dass die Luft immer schlechter wurde. Eine Gasmaske musste her! Aber woher?


    Auf der Loveparade 2010 tanzte Jaro nackt, weil er vollkommen bedröhnt war von den Beats. Eine Gasmaske trug er: Allerdings ohne Filter und nur zur Show. Er rief den Love-Parade-Bereitschaftsdienst und sagte: "Etwas mehr Bass, wenn ich tanzen will! Und nackte Männer brauche ich auf dem Truck." Eine Reifenpanne verdinderte jedoch, dass der DJ ordentlich scootern konnte, stattdessen spielte er "No limit" von 2unlimited. Das ist zwar genauso Scheiße, aber Jaro konnte mitsingen. In der Liedpause tanzte er. Seine Gelenke waren in Schuss - die jahrelangen Hormonspritzen zahlten sich aus. Seine Kniescheibe zwickte zwar beim Spagath, aber insgesamt sah sie ganz nett aus. Beide Knöchel schmerzten aber zunehmend. Er sprang deswegen meistens auf den Eiern. "Ach, hätte ich doch nur Straußeneier", dachte er sich und verteufelte das Techno-Volk. Er sprang nicht besonders hoch weil er mittlerweile platt war. Müde lallter er ins Mikrofon: "Seid ihr gut oder seid Ihr böse?"


    Er kniete sich hin, stützte sich auf die Faust und begann, Koranverse zu rezitieren. Konzentriert sprach er Wort für Wort. Dabei sprach er leise Gebete und massierte mit der Linken seine Schläfe. Seine Halsschlagader trat heraus und Jaro versank in tiefe Trance. Mit lauten "Ohmmmmm"-Gesängen verscheuchte er die Tauben auf dem Truck. Nun kackten nur noch die Vögel. Jaro schwor sich, diese Fäkalsprache noch auszubauen. Sein Sprachschatz war erschreckenderweise gewissermaßen ein klein wenig sehr in unterste Gefilde abgedriftet, deshalb könnte man auch vielleicht behaupten, wenn man nun garstig wäre, es ist schon denkbar, dass Jaros verbale Ausfälle seiner Krankheit geschuldet waren. Wenn man nun annähme, dass er regelmäßig psychiatrische Hilfe in Anspruch nähme, wäre alles halb so wild. Aber er benahm sich lieber wie ein Irrer. Eine Heilung war gar nicht vorgesehen: Sein Therapeut meinte nämlich: Das macht keine Sinn. Weil: "Sie haben keinen Auslands-Krankenschein". Also Kommando zurück.

  • Jaro durchlebte seine Abenteuer in schnellen, wirren Gedanken. Seine Gehirnwindungen erinnerten sich an den Schnupfen in Kenia und den gebrochenen Arm in Kitzbühel. Damals war er als Pistenhase gefürchtet, weil er beim Apres-Ski stets ziemlich heftig und ungestüm gegen die Wand knallte. Sein Wodkakonsum war einfach exorbitant. Er öffnete eine Flasche nach der anderen mit breitem Grinsen. Daher war es nur eine Frage der Zeit bis er lallend am Billardtisch lehnte, zweimal hinfiel und einmal erbrach. Am Spielautomaten sitzend bemerkte ein dunkel gekleideter, adipöser Mann das Essen. Er rannte los, packte Jaro und schliff ihn in die Küche, um ihn zu säubern. Danach gings nach außen zum würzen. Der Adipöse mochte es, wenn Betrunkene in der Kälte nicht merken, daß sie gegessen werden sollen. Jaros Eisbeine sowie seine Schweinsöhrchen wurden besonders behandelt: Eine Ingwer-Rotwein-Paste sollte den Geschmack besonders ingwer- und rotweinlastig machen. Daher schmierte er ihn damit ein. Die Rotweindämpfe gaben Jaro den Rest: Er begann zu hyperventilieren und schrie: "Kaaaaaaaaaalt!!! Uaaaahhhhhh" Er riss sich los, rannte zur Heizung und setzte sich schmollend davor. Er haderte mit Ingwer, Rotwein, Kälte und sich selbst. Wie war es geschehen, dass er nervlich so heruntergekommen war trotz Drogen? Er sah sich um. Die anderen Menschen lachten alle, nur er kicherte. Er dachte sich, dass es eigentlich ganz lustig wäre, wenn die verdammte Skihütte durch seine Hand abgebrannt wäre. Benzin hatte er ja.


    Allerdings brauchte er das eigentlich für sein 1-Takter Fahrrad mit automatischer Kette-Nachöl-Funktion. Diese Eigenerfindung führt zu fettigen Fingern, welche nur durch intensive Reinigung mit Bier aus Nürnberg verschwinden. Dieses Bier musste aber unbedingt 3 Tage in einem alten Holzfass lagern, um richtig zu knallen. Dann konnte man stundenlang knallen. Doch niemand mehr beachtete den tschechischen Blondschopf. Einsam trottete er hin und her. Nur der Mond grinste. Er lief wie ein Gehetzter immer schneller - nicht ahnend, dass er geradewegs ins Verderben lief, denn sein nagelneues rosa Trikot passte einfach zu seiner Neigung. Er wurde quasi ein voll bekennender Randgruppenvertreter. Darauf war er stolz, denn mit diesem Standing musste er oft moralische Reden halten, z.B. bei Schwulenparaden in Warschau oder bei Tuntenbällen an der Säbener Strasse. Meistens ging es dabei um Phillip Lahm, denn dieser sehr begabte Linksaußen war scharf auf HD-TV-Übertragungen zu sehen. Jaro betonte meist seine weiblichen Rundungen mit einem gestenreichen Vortragsstil. Teils striff er sich die Haare aus der Stirn, teils striff er sie darüber. Sein Blick war wässrig und wirre. Seine Stimme überschlug sich stimmbruchartig. Er überzeugte aufgrund seines rosa Kleides und des diesmaligen Themas: Die Bundesliga in den Fängen der Mutanten-Alliens.


    Zugegeben: Jaro war damals übel drauf wegen der Medikamente und dem Zoff mit Fandel. Seine Gefühle liefen Amok: Er verlor den Faden und versuchte angestrengt nachzudenken. Darauf fiel ihm ein Blatt seines Manuskripts zu Boden. Ein Fremder hob es für ihn auf und flüsterte ihm Mut zu. Das war ihm zuviel: Er kippte vom Podium und krabbelte im Kreis. "Mein Kopf, mein Kopf", er fühlte sich noch beschissener als bei seiner Entjungferung. Sein Kragen war mal wieder ziemlich eingesaut vom vielen Gatzen bei der Rede. Obwohl er doch letztens erst beim Logopäden war und dort übte, richtig zu sprechen. Der Arzt wusste: Jarolims Versuche waren katastrophal. Warum er nun gerne Reden hielt, verstand kein Mensch. Er sollte besser mit weniger Bekleidung die Menschenmassen als Cheerleader begeistern. Er bewarb sich als Nackttänzer in einem Tuntenschuppen.


    Dort war die Stimmung gerade mächtig im Keller: nach drei Vizemeistertiteln in einer Saison, aber er wollte ihnen helfen. Der Club-Betreiber wusste seinen Körper zu schätzen. Deshalb überreichte er Jaro 200 HoWe Bratwürste, um ihn rumzukriegen. Jaro wurde Vegetarier und machte das, was Vegetarier mit Bratwürsten normalerweise machen, nämlich mit Verachtung strafen. Er hob die Biotüte in die grüne Tonne und erblickte in dieser einen wunderschönen Sekunde kurz eine Marien-Erscheinung in rosa Klamotten mit Teufelshörnchen. Er rieb sich die Augen: War das nicht das geheime Botschaft? In Syrien hatte er damals nämlich Zuckerwatte mit Caramelgarnierung vor dem Botschaftsgebäude erbrochen, denn es war zu süß. Er wusste, dass dieses Zeichen des Himmels die reinste Farce war, weil er schon seit Kindesjahren an darauf wartete, das er eine versaute Marien-Erscheinung hatte. "Es hätte ja wenigstens ein Engel mit einem Hallerndorfer sein können". Grimmig trat er gegen eine kleine vollgepackte Mülltüte und beruhigte sich selbst: "Ich habe auch schon viel erlebt, aber immer reagiere ich gleich über. Ich muss zum Psychiater". Also suchte er seinen Autoschlüssel. Es war wie immer: Er hatte vergessen, dass ihm in der Vorwoche der Führerschein abgenommen wurde, weil er mit seinem Club-Kennzeichen in Fürth gegen einen Misthaufen geprallt war. Dabei zerbrach auch sein Kühlergrill, der rosa lackiert gewesen war.

  • "Jaro betonte meist seine weiblichen Rundungen mit einem gestenreichen Vortragsstil. Teils striff er sich die Haare aus der Stirn, teils striff er sie darüber. Sein Blick war wässrig und wirre. Seine Stimme überschlug sich stimmbruchartig. Er überzeugte aufgrund seines rosa Kleides"



    :lol::lol: Zu geil!